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Norwegen will Rundfunkgebühren abschaffen

Finanzierung über Steuern

Norwegen will Rundfunkgebühren abschaffen

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Schreiben vom ARD, ZDF, Deutschlandradio Beitragsservice
imago stock&people, imago/Christian Ohde

Rundfunkgebühr wird 2020 schon abgeschafft

17,50 Euro jeden Monat. So viel Rundfunkgebühren zahlt jeder Hausstand in Deutschland. Egal, ob in der Wohnung ein Radio oder ein Fernseher steht oder nicht. Mit dem Beitrag werden ARD, ZDF und das Deutschlandradio finanziert. Dabei kommen jährlich acht Milliarden Euro zusammen. In Norwegen liegt der Betrag sogar umgerechnet 25 Euro im Monat. Das soll sich jetzt ändern. Die norwegische Regierung will die Rundfunkgebühren abschaffen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (NRK) mit Steuergeldern finanzieren.

Single-Haushalten profitieren von Abschaffung der Rundfunkgebühr

Von dem neuen Steuermodell profitieren vor allem Menschen, die allein leben. Die künftige Steuer soll jährlich rund 1700 norwegische Kronen (170 Euro) pro Person betragen. Für eine Familie mit zwei Erwachsenen kommt es damit ungefähr aufs Gleiche raus. Die Steuer ist je nach Einkommen gestaffelt und muss ab dem 18. Lebensjahr bezahlt werden. Nach den Plänen der Regierung wird die Rundfunkgebühr bis zum 1. Januar 2020 abgeschafft.

„Nachrichtenmedien haben einen Wert als demokratische Meinungsmacher, als Kontrollorgan für die Mächtigen und als Verwalter von Sprache, Kultur und gemeinsamer Identität“, sagte die norwegische Kulturministerin Trine Skei Grande. Es sei wichtig, dass der NRK ein starker öffentlich-rechtlicher Sender ohne Werbung bleibe.

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und das Deutschlandradio planen, den Rundfunkbeitrag hierzulande bis 2029 von 17,50 Euro auf 21 Euro zu erhöhen.

Diskussion um Rundfunkgebühren in ganz Europa

Bei einer Volksabstimmung haben die Schweizer im vergangenen Jahr die Abschaffung der Rundfunkgebühren abgelehnt. Mehr als 70 Prozent der Wähler sagten "Nein" zu der von Jungpolitikern in einer Bierlaune ersonnenen Initiative, die hohe Wellen geschlagen hatte. Mit welchen Argumenten die Gegner die Rundfunkgebühren abschaffen wollten, sehen Sie im Video.

Die Abstimmung befeuerte auch in Deutschland die Debatte über die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Sender. Auch in Österreich, Frankreich und Großbritannien wird seit Jahren vehement über die sogenannte "Zwangsabgabe" gestritten.

Sollen die Rundfunkgebühren abgeschafft werden? Volksabstimmung in der Schweiz
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Volksabstimmung in der Schweiz
Sollen die Rundfunkgebühren abgeschafft werden?

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