Norwegen: Hohe Bereitschaft zur Organspende

18. Januar 2013 - 14:32 Uhr

87 Prozent der Norweger sind bereit zu spenden

Das Horrorszenario eines jeden Menschen im mittleren Alter: Ein bestimmtes Organ beginnt abzubauen oder versagt völlig. Die Lunge verliert ihre Leistung oder die Niere arbeitet nicht mehr. Das Überleben kann nur noch durch eine Transplantation ermöglicht werden. Die medizinischen Möglichkeiten sind mittlerweile sehr groß. Allerdings scheint, besonders in Deutschland, eher die Suche nach einem geeigneten Spender die komplizierteste Aufgabe zu sein.

Organspende Norwegen Bereitschaft
87 Prozent der Norweger sind bereit, Organe zu spenden.
© dpa, Soeren Stache

Ganz anders in Norwegen. Dort stehen die Chancen für einen Patienten mit einem kranken Organ außerordentlich gut. Erstaunliche 87 Prozent der Norweger sind nämlich bereit zu spenden – Tendenz: steigend.

Nach Informationen von 'Welt-Online' lag Norwegen im vergangenen Jahr in der EU mit 25,6 Organspenden auf eine Millionen Einwohner knapp hinter Spanien (35,5) und Belgien (29,3) auf Platz drei. Die Anzahl der Spenden in Deutschland erreichten mit 14,4 kaum die Hälfte.

Weniger als 300 Patienten in der Warteschlange für Transplantationen

Es ist unter anderem der Verdienst der norwegischen Organspende-Stiftung, die mit Aufklärung versucht, so viele Menschen wie möglich zur Spendebereitschaft zu bewegen, dass in Norwegen weniger als 300 Patienten in der Warteschlange für eine Transplantation stehen. In Deutschland sind es gemessen an der Bevölkerungsdichte nach Angaben der Deutsche Stiftung Organspende mehr als doppelt so viele.

Demnach ist es nicht verwunderlich, dass uns aus Norwegen immer mehr erfreuliche Nachrichten von Einzelschicksalen ehemaliger Patienten erreichen, die durch ein Spendeorgan überlebt haben, noch viele aktive Jahre vor sich haben und sich fitter denn je fühlen.