Nordsee droht eine Ölpest

14. August 2011 - 10:35 Uhr

Shell-Plattform vor Schottland leck

An einer Förderplattform in der Nordsee läuft Öl aus einem Leck - spätestens seit der Katastrophe im Golf von Mexiko schlagen bei solchen Berichten die Alarmglocken. Sowohl der Betreiber der Plattform, Royal Dutch Shell, als auch die britischen Behörden geben keine Auskunft über das Ausmaß des Öllecks.

Ölplattform in der Nordsee
Vor der schottischen Nordseeküste ist ein Ölplattform von Shell undicht (Archivfoto aus dem April 2009).
© dpa, Royal Dutch Shell Ho

Es sei aber kein "bedeutendes" Leck. Man arbeite derzeit daran, es zu stopfen. Ein Boot mit Chemikalien zum Binden von Öl stehe bereit. Zudem beobachte man die Situation von einem Flugzeug aus. Die Ölplattform liegt rund 180 Kilometer vor der Küste der schottischen Stadt Aberdeen.

Auf dem Wasser treibe eine 31 Kilometer lange Ölschicht mit einer maximalen Breite von 4,3 Kilometer, teilte Shell am Sonntag mit. "Wir gehen davon aus, dass das Öl auf natürliche Weise durch die Wellenaktivitäten aufgelöst wird und keinen Strand erreichen wird", heißt es in einer Erklärung des größten Ölkonzerns Europas. Zum Volumen des insgesamt ausgeströmten Öls machte Shell allerdings bislang keine Angaben.

Scharfe Kritik von Umweltorganisationen

Das Loch war Medienberichten zufolge bereits am Mittwoch an einer Verbindungsstelle zwischen Ölquelle und Plattform entdeckt worden. Das britische Energie- und Klimaministerium teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Man habe von Shell die Information bekommen, die Menge an Öl, die freigesetzt werden könnte, sei begrenzt, sagte ein Sprecher.

An dem Ölfeld mit dem Namen 'Gannet oil field' in der Nordsee waren einem Bericht des Senders BBC zufolge zwischen Januar und April rund 13.500 Barrel Öl produziert worden. Es werde zwar von Shell betrieben. Doch auch der Konzern Esso, der zum US-Riesen Exxon gehört, habe Anteile daran.

Umweltorganisationen kritisierten die Förderung von Öl aus der Nordsee. Diese werde immer schwieriger und gefährde sowohl die Küstengemeinden Schottlands als auch die Wirtschaft, sagte Juliet Swann von 'Friends of the Earth'. "Jedes Auslaufen von Öl sollte uns ein Warnzeichen sein, das uns antreibt, eine Zukunft mit sauberen, erneuerbaren Energien anzustreben, statt weiter in schmutziges Öl zu investieren."

Jörg Feddern von der Umweltschutzorganisation Greenpeace sagte: "Dieser Vorfall in der Nordsee zeigt deutlich, dass schwere Ölunfälle auch in der Nordsee möglich sind."

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