Nordrhein-Westfalen: Islamisten sollen Bundespolizisten bedroht haben, der an Abschiebung beteiligt ist

30. Januar 2018 - 22:01 Uhr

Vor der Haustür bedroht

Islamisten bedrohen offenbar Bundespolizisten, die bei Abschiebungen eingesetzt werden. Zwei "dem islamistischen Spektrum zuzuordnende" Personen seien nach einem Schreiben des Bundespolizeipräsidiums am 26. Januar vor der Wohnung eines Beamten außerhalb seiner Dienstzeit vorgefahren und auf ihn zugekommen. 

"Lass es sein, unsere Brüder nach Hause zu fliegen!“

In dem Papier, welches der BILD-Zeitung vorliegt heißt es konkret, die Männer haben dem Polizisten mit den Worten "Lass es sein, unsere Brüder nach Hause zu fliegen!" gedroht. Der Beamte habe sich dann in seine Wohnung retten können. Die beiden Tatverdächtigen seien geflohen. Woher sie die Adresse hatten, ist bislang unklar.

Der 48-jährige Polizist hatte am 24. Januar einen Abschiebeflug begleitet, mit dem 19 ausreisepflichtige Afghanen von Düsseldorf nach Kabul gebracht wurden. Unter den Passagieren waren überwiegendStraftäter und Gefährder. Der Beamte sei seit vielen Jahren mit der Durchführung von Rückführungsmaßnahmen betraut. Nach den Tatverdächtigen wird jetzt gefahndet.

Abschiebeflüge unbeliebt und psychisch belastend

Insgesamt sind in Deutschland 1.000 Bundespolizisten als sogenannte "Personenbegleiter Luft" bei Rückführungen im Einsatz. Diese Einsätze sind besonders unbeliebt und auch psychisch belastend, besonders, wenn ganze Familien abgeschoben werden. Der bedrohte Polizist steht nun vorerst unter Polizeischutz. 

Seit Dezember 2016 sind bisher neun Abschiebe-Flieger nach Afghanistan gestartet. Insgesamt wurden so 155 aureisepflichte Männer ausgeflogen.