Nordkoreas Atomtest: Donald Trump droht massiv, Südkorea antwortet mit Raketenübung

4. September 2017 - 14:12 Uhr

Erneute Provokation aus Pjöngjang im Nordkorea-Konflikt

Trotz aller Warnungen und Sanktionen: Nordkorea geht immer einen Schritt weiter. Das Regime hat seinen sechsten Atomwaffentest durchgeführt, offenkundig mit einer Wasserstoffbombe. Eine erneute Provokation, nachdem das Land eine Rakete über Japan hatte fliegen lassen. Die USA reagierten mit heftigen Worten, Südkorea antwortete dem Nachbarstaat mit einer Raketenübung.

Südkorea simuliert Militärschlag

Das Beben, das Nordkorea mit seinem Bombentest ausgelöst hat, setzt sich politisch fort. Südkoreas Militär demonstrierte seinerseits Stärke. Bei einer Übung mit Raketen unterschiedlicher Reichweite sei vom Boden und mit Kampfjets ein Angriff auf das nordkoreanische Atomtestgelände im Nordosten des Nachbarlandes simuliert worden, teilte der Generalstab mit.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump der Führung in Pjöngjang damit gedroht, die USA und deren Verbündete notfalls auch mit Atomwaffen verteidigen zu wollen. Südkorea will außerdem gemeinsam mit den USA und Japan auf weitere Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea hinwirken, um damit "maximalen Druck" auf Nordkorea auszuüben.

Schärfere Sanktionen für Nordkorea?

Das höchste UN-Gremium will sich in New York zum zweiten Mal binnen einer Woche in einer Dringlichkeitssitzung mit Nordkorea beschäftigen. Im August hatte der Sicherheitsrat die bislang schärfsten Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verhängt. Ob die Sanktionsschraube jetzt noch fester angezogen wird, ist unklar. Aus Sicht der USA könnten beispielsweise Ölexporte nach Nordkorea und die Zahl der im Ausland arbeitenden Nordkoreaner eingeschränkt werden.

USA wollen nicht die "totale Vernichtung"

Der russische Präsident Wladimir Putin rief die internationale Gemeinschaft zu Besonnenheit im Nordkorea-Konflikt auf. Eine umfassende Lösung könne nur mit politischen und diplomatischen Mitteln gefunden werden, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass zufolge. Gemeinsam mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping habe Putin betont, dass ein Chaos auf der koreanischen Halbinsel unbedingt zu vermeiden sei.

US-Präsident Trump hatte Nordkorea gedroht, dass die USA "mit der vollen Bandbreite der zur Verfügung stehenden diplomatischen, konventionellen und nuklearen Kapazitäten" das eigene Land und die Verbündeten verteidigen würden. Verteidigungsminister James Mattis fügte hinzu, dass die Trump-Regierung nicht die "totale Vernichtung" irgendeines Landes anstrebe, namentlich Nordkorea. Aber die USA hätten "viele Optionen, dies zu tun".

Laut RTL-Reporter Peter Kleim sind die Aussagen der US-Regierung nur weiteres Säbelrasseln, das allerdings deutlich mache, dass Trump kein Konzept für die Krise habe. Im Video sehen Sie Peter Kleims gesamte Einschätzung der Lage.