Nordkorea provoziert mit neuem Raketentest

29. November 2017 - 9:09 Uhr

Nordkorea will Atommacht werden

Nordkorea hat am Dienstag erneut eine ballistische Rakete gestartet. Wieder löste der Raketentest weltweit Empörung aus, der UN-Sicherheitsrat berief eine Dringlichkeitssitzung ein. US-Präsident Donald Trump reagierte im Vergleich mit früheren Tests verhalten. Nach dem Test erklärte Nordkorea, seine bisher stärkste Rakete entspreche dem Ziel, die Entwicklung "einer Atomstreitmacht" abzuschließen.

Neuer Raketentyp 'Hwasong-15' könnte "Washington D.C. und tatsächlich jeden Teil des Festlands der USA" erreichen

Ein Mann steht am 29.11.2017 in Tokio, Japan, vor einem riesigen Bildschirm, der eine Nachrichtensendung zu einem Raketenstart Nordkoreas zeigt. Nordkorea hat seine bisher weitreichendste Interkontinentalrakete getestet, die möglicherweise bis in die
In asiatischen Medien sorgte der neue Raketentest Nordkoreas für große Aufregung.
© dpa, Shizuo Kambayashi, SK hjb

Nordkorea hat seine jüngste Rakete offenbar so hoch geschossen wie nie zuvor. Etwa 4.500 Kilometer flog sie in die Höhe, bevor sie vor der japanischen Küste ins Meer stürzte. Der US-Experte David Wright schätzt, dass dieser neue Raketentyp, 'Hwasong-15', bei einer normalen Flugbahn eine Reichweite von über 13.000 Kilometern haben könnte: "Die Reichweite einer solchen Rakete würde groß genug sein, um Washington D.C. und tatsächlich jeden Teil des Festlands der USA zu erreichen." Allerdings gibt es Zweifel, ob Nordkorea - entgegen eigener Angaben - einen Atomsprengkopf auf Langstreckenraketen montieren kann.

US-Präsident Donald Trump: "Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden."

US-Präsident Donald Trump äußerte sich direkt nach dem Test vergleichsweise zurückhaltend. Es gab zunächst keine neuen Drohungen an die Adresse Nordkoreas, das Land auszulöschen. Kein stählernes, offizielles Statement an die Nation. Stattdessen wenige, für Trump regelrecht dürre Sätze. Er sagte: "Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden." Eine Kursänderung der amerikanischen Politik kündigte er nicht an. Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson erklärte im Anschluss: "Diplomatische Optionen bleiben gangbar und möglich - für jetzt."

Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates nach nordkoreanischem Raketentest

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) hat auf Bitten der USA, Japans und Südkoreas für Mittwochnachmittag (Ortszeit) eine Dringlichkeitssitzung einberufen. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den erneuten Raketentest scharf. "Dies ist eine klare Verletzung von Resolutionen des Sicherheitsrats und zeigt eine komplette Missachtung für die geeinte Sicht der internationalen Gemeinschaft", ließ Guterres über seinen Sprecher mitteilen. Er rief Nordkorea auf, weitere "destabilisierende Schritte" zu unterlassen.