Nordkorea nimmt Untersuchungen zu verschleppten Japanern auf

5. Juli 2014 - 11:00 Uhr

Nordkorea hat nach eigenen Angaben umfassende Untersuchungen zu vermissten Japanern aufgenommen, die in den 70er und 80er Jahren von nordkoreanische Agenten verschleppt worden waren. Der dafür eingerichtete Untersuchungsausschuss sei mit einem Mandat der Nationalen Verteidigungskommission, des höchsten Entscheidungsgremiums des Landes, ausgestattet, berichteten die Staatsmedien.

Der japanische Regierungschef Shinzo Abe hatte dem Regime in Pjöngjang am Donnerstag eine Lockerung der Sanktionen in Aussicht gestellt, wenn die Entführungsfälle wieder aufgerollt würden. Der Untersuchungsausschuss umfasst den Berichten zufolge 30 Mitglieder verschiedener Organisationen, darunter des Ministeriums für Staatssicherheit. Vorsitzender sei So Tae Ha, Sicherheitsberater der Verteidigungskommission. Japan könne Vertreter schicken, um die "Objektivität und Transparenz" der Untersuchung sicherzustellen.

Tokio hat eine Liste von 17 entführten Landsleuten erstellt, verdächtigt Nordkorea jedoch, hinter dem Verschwinden von weit mehr Japanern zu stehen. Für Japan ist die Verschleppten-Frage eines der größten Hindernisse für eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen.