Nordkorea meldet Jahrhundert-Dürre

Durch ausbleibenden Regen trocknen wie hier im nordöstlichen Südkorea ganze Flüsse aus.
© dpa, Jeon Heon-Kyun

17. Juni 2015 - 14:04 Uhr

"Großer Schaden für den Agrarbereich"

Das weithin abgeschottete Nordkorea wird nach eigenen Angaben von der schlimmsten Dürre seit 100 Jahren heimgesucht. Die Dürre verursache einen "großen Schaden für den Agrarbereich", berichtete die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA. Die Agentur nannte vier Provinzen im Westen, im Landesinnern und im Osten, in denen die Getreidespeicher schwer in Mitleidenschaft gezogen seien.

"Nach Angaben der hydro-meteorologischen Behörde gab es in den (westlichen) Provinzen Nord- und Süd-Hwanghae keinen Regen", heißt es. Die Wasserstände der Reservoirs seien auf dem niedrigsten Wert, die Flüsse trockneten aus. Wie lange die Dürre schon andauert, blieb unklar.

Südkoreas Vereinigungsministerium hatte in der vergangenen Woche geäußert, die diesjährige Ernte in Nordkorea könnte im Vergleich zu 2014 um 20 Prozent niedriger ausfallen, wenn der Regenmangel bis Anfang Juli andaure. Das wirtschaftlich marode, aber hochgerüstete Nordkorea ist nach mehreren Naturkatastrophen und aufgrund der eigenen Misswirtschaft seit vielen Jahren auf Nahrungshilfe von außen angewiesen. In den 90er Jahren hatte eine Hungersnot nach Schätzungen Hunderttausende Nordkoreaner das Leben gekostet.