22. Februar 2019 - 11:30 Uhr

Nordkorea droht Hungersnot

Kommende Woche trifft Nordkoreas Diktator Kim Jong Un wieder auf US-Präsident Donald Trump. Doch im inneren droht nun wieder einmal eine Hungersnot. Das Regime entscheidet sich zu einem drastischen Schritt.

1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel fehlen

Farm Bauer Nordkorea Hwanggumpyong
In Nordkorea kam es schon häufiger zu Hungersnöten.
© REUTERS, Jacky Chen, ZX/SS//KC

In den vergangenen Jahren hält Nordkorea die Welt mit seinen Atombomben in Atem – doch nun werden die Vorräte knapp. Dem Land droht eine Hungersnot. Das hat das Regime selbst den Vereinten Nationen gemeldet. 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel fehlten, heißt es in einem Bericht aus dem Reuters zitiert. Die Gründe: Hohe Temperaturen, Dürreperioden, Fluten und UN-Sanktionen. Die Regierung habe sich schon zu einem drastischen Schritt entschlossen – die Essensrationen wurden halbiert.

Nächste Woche Treffen mit Trump

US-President Donald Trump Nordkorea Kim Jong Un
Ein erstes Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jing Un fand im vergangenen Juni in Singapur statt.
© REUTERS, Jonathan Ernst, NL/DH

Solche Schlagzeilen dürften Diktator Kim Jong Un nicht gefallen. Denn kommende Woche trifft er sich wieder mit US-Präsident Donald Trump. Wenn daheim eine Hungersnot droht, wirkt er nicht mehr so stark wie er gerne möchte. Mit dem Amerikaner will er über sein Atomprogramm reden. Trump besteht darauf, dass Nordkorea dieses beendet. Kim hatte beim ersten Gipfel im vergangenen Jahr einer "Denuklearisierung" zugestimmt. Aber bislang ist nicht allzuviel passiert. Trump sagte neulich aber, dass er zufrieden sei, solange es keine neuen Raketentests gebe.

Offiziell noch Krieg mit Südkorea

Militärparade in Pjöngjang
Militärparade in Pjöngjang: Nordkorea betrachtet sein Atomprogramm als vollendet.
© deutsche presse agentur

Es ist nicht das erste Mal, dass in Nordkorea die Lebensmittel knapp werden. Zuletzt war das vor zwei Jahren der Fall. Damals musste das Land Lebensmittel von außen einführen. Ob Kim deswegen eher verspricht, sein Atomprogramm aufzugeben? Das ist fraglich. Denn Hungersnöte gab es schon viele, doch an den Kernwaffen wurde nicht gerüttelt. Sie gelten dem Regime als Lebensversicherung gegen Angriffe von außen. Immerhin befindet sich Nordkorea noch offiziell im Krieg mit Südkorea – nur ein Waffenstillstand aus den 50er Jahren verhindert Kämpfe.