Nordkorea gibt sich unnachgiebig

16. April 2013 - 12:49 Uhr

USA fordern Atomverzicht - heute doch kein Raketenstart?

Nach tagelanger Abwesenheit ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wieder in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Zum 101. Geburtstag seines Großvaters Kim Il Sung besuchte Kim das Mausoleum in Pjöngjang, in dem der einbalsamierte Leichnam des früheren Staatschefs aufgebahrt wird. Der Machthaber habe seinen Vorgängern Respekt gezollt, hieß es.

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Machthaber Kim Jong Un lässt nicht mit sich reden.
© REUTERS, KCNA

Nach Berichten südkoreanischer Medien war Kim Jong Un seit der Frühjahrssitzung der Obersten Volksversammlung am 1. April nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Die Gründe dafür waren unklar. Beobachter spekulieren indes, dass Nordkorea den erwarteten Raketenstart doch noch nicht heute durchführen wird. "Zu groß sei die Angst, dass etwas nicht funktioniere", berichtet RTL-Reporter Dirk Emmerich aus Südkorea. "Es wäre eine Blamage für den jungen Kim Jong Un."

Am Sonntag hatte Pjöngjang einen Vorschlag Südkoreas zurückgewiesen, über die Normalisierung ihres gemeinsamen Industriekomplexes in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong zu reden. Die Produktion steht dort seit dem vergangenen Dienstag still. Auch der Konflikt mit den USA schwelt weiter. Diese forderten Nordkorea zum Atomverzicht auf. Um seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen, müsse Nordkorea bedeutungsvolle Schritte hin zu einer Denuklearisierung unternehmen, sagte der amerikanische Außenminister John Kerry in einer Rede am Tokioter Institut für Technologie. Am Vortag hatten er und sein Amtskollege Fumio Kishida Pjöngjang aufgerufen, die 2009 ausgesetzten Verhandlungen mit China, den USA, Südkorea, Japan und Russland über ein Ende seines Atomprogramms wieder aufzunehmen.

China rückt von seinem Verbündeten Nordkorea ab

Nordkorea werde in den USA "bereitwillige Partner für Verhandlungen in gutem Willen finden", hatte Kerry bereits zuvor betont. Nach Gesprächen mit Kishida versicherte Kerry, sein Land werde "alles Notwendige tun, um Südkorea und Japan zu verteidigen". Drohungen führten nur zu weiterer Isolation Nordkoreas und zur Verarmung seines Volkes.

Einhellig forderten die USA, Japan und China von Nordkorea ein Ende der Provokationen. Kim Jong Un solle von dem vorbereiteten Raketenstart absehen und an den Verhandlungstisch zurückkehren, lautete die gemeinsame Botschaft. Derweil gab sich Nordkorea unnachgiebig und wies ein vorheriges Gesprächsangebot Südkoreas zur Entschärfung der Lage als "hinterhältiges Komplott" zurück.

Japans Premierminister Shinzo Abe, der Kerry heute empfängt, sagte, Nordkorea müsse begreifen, "dass Provokationen niemals einen Nutzen bringen". Die USA, China und Japan forderten das Land zudem eindringlich auf, die Sechs-Parteien-Gespräche über ein Ende seines Atomprogramms wieder aufzunehmen. Nordkorea hatte die Gespräche mit den USA, China, Südkorea, Japan und Russland 2009 aufgekündigt.

"Was immer auch geschieht, China bleibt bei seiner Forderung nach Denuklearisierung, Frieden auf der Halbinsel und Lösung des Problems durch Dialog", betonte Chinas Außenminister Wang Yi. Das Land ist frustriert über seinen traditionellen Verbündeten Nordkorea. Besonders die drei Atomwaffentests 2006, 2009 und im Februar dieses Jahres haben die Beziehungen belastet. Peking stimmte deswegen auch den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Pjöngjang zu.