Nordkorea genehmigt Atomangriff auf die USA

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10. Februar 2016 - 22:06 Uhr

Generalstabs-Sprecher: "Feindselige Politik der USA" niederschmettern

Nordkorea hat den USA offiziell mit einem möglichen Atomangriff gedroht. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, veröffentlichte die oberste Militärführung in Pjöngjang eine entsprechende Mitteilung. Darin würden das Weiße Haus und das Pentagon formell darüber in Kenntnis gesetzt, dass militärische "Operationen ohne jede Rücksicht" nun bewilligt seien. Das schließe auch Atomwaffen neuester Bauart ein.

Ein Sprecher des Generalstabs der nordkoreanischen Volksarmee erklärte, die "stetig eskalierende feindselige Politik der USA gegen Nordkorea sowie ihre rücksichtslose nukleare Drohung" würden "vom starken Willen" der gesamten Streitkräfte und des Volkes sowie "kleineren, leichteren diversifizierten nuklearen Angriffsmitteln auf dem neuesten Stand" niedergeschmettert.

Nordkorea verfügt nach Ansicht von Experten allerdings nicht über die technischen Mittel, das US-Festland mit Langstreckenraketen anzugreifen. Doch ein Angriff mit Mittelstreckenraketen etwa auf die US-Truppen in Südkorea oder Militärstützpunkte in Japan läge durchaus im Bereich des Möglichen. Ferner kann das Land mit seinen Raketen Ziele in ganz Südkorea erreichen.

Die Situation auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich seit Wochen immer weiter zu. Angesichts immer neuer Kriegsdrohungen Nordkoreas haben die USA ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt. So teilte das Pentagon zuvor mit, auf der Insel Guam im Pazifik in den kommenden Wochen ein Raketenabwehrsystem zu stationieren. Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte gesagt, einige der jüngsten Handlungen Nordkoreas stellten eine "reale und klare Gefahr" dar. Am Wochenende hatte Pjöngjang erklärt, im Verhältnis zu Südkorea in den "Kriegszustand" eingetreten zu sein.