Nordkorea droht USA mit Atombombe

10. Februar 2016 - 21:24 Uhr

Nur Säbelrasseln wegen drohender UN-Sanktionen?

Kurz vor der Entscheidung über neue UN-Sanktionen droht das kommunistische Nordkorea den USA mit einem atomaren Erstschlag. "Da die USA im Begriff stehen, einen Atomkrieg anzufangen, werden wir das uns zustehende Recht eines Präventiv-Schlages gegen die Kommandozentralen der Aggressoren üben, um unsere höchsten Interessen zu schützen", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Pjöngjang laut amtlicher Nachrichtenagentur KCNA.

Nordkorea USA Drohung Atombombe
Nordkoreas Präsident Kim Jong-Un (Mitte) droht den USA mit einem nuklearen Erstschlag.
© REUTERS, KCNA

Experten gehen allerdings davon aus, dass Nordkorea bislang nicht in der Lage ist, mit einer Interkontinentalrakete, die mit einem atomaren Sprengkopf bestückt ist, das Kernland der USA anzugreifen. Selten hat Nordkorea bislang nach schrillen rhetorischen Drohungen auch Taten folgen lassen. 2010 wurde ohne jede Vorwarnung eine südkoreanische Insel im Grenzgebiet mit Granaten beschossen. Im selben Jahr wurde ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt, was Nordkorea zugeschrieben wurde.

Aktuell wirft das kommunistische Land den USA und dem demokratischen Nachbar Südkorea vor, gemeinsame Manöver zu nutzen, um einen Angriff auf den kommunistischen Staat vorzubereiten. Nordkorea hat seinerseits ebenfalls Manöver in einem ungewöhnlich großen Umfang gestartet.

Nordkorea drohen zusätzliche Sanktionen

Heute steht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Abstimmung über weitere Sanktionen gegen Nordkorea an. Die Staatengemeinschaft will damit auf den Test einer Langstreckenrakete Nordkoreas im Dezember und einem unterirdischen Atombombentest im Februar reagieren. Die USA hatten sich mit China - einer der letzten Verbündeten des isolierten Landes - auf den Resolutionsentwurf geeinigt. Die Annahme der Sanktionen gilt daher als sicher. Im Fokus stehen dabei Beschränkungen von Finanztransaktionen. Erstmals soll aber auch der diplomatische Apparat des Regimes getroffen werden.

Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Südkorea die Alarmbereitschaft seiner Streitkräfte aus Furcht vor Provokationen durch Nordkorea erhöht. Das Militär sei "vollständig" auf mögliche Provokationen vorbereitet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Nordkorea bereite derzeit ein "massives" Militärmanöver vor. Möglich sei sogar eine unmittelbare Attacke auf die Regierung in Pjöngjang. "Alle Vorbereitungen stehen für eine harte und entschiedene Bestrafung, nicht nur des Angriffsorts und seiner unterstützenden Truppen, sondern auch des befehlshabenden Elements", sagte der südkoreanische Generalmajor Kim Yong Hyun.

Nordkorea wiederum fühlt sich erneut durch ein gemeinsames jährliches Großmanöver der Streitkräfte der USA und Südkoreas provoziert. Die Übungen unter dem Namen 'Foal Eagle' hatten am 1. März begonnen und dauern zwei Monate. Die beiden Länder bestreiten den Vorwurf Nordkoreas, dass ein Angriff vorbereitet werde. Dennoch hatte die Armeeführung in Pjöngjang am Dienstag mit Militärschlägen und der Kündigung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 gedroht. Damit war der Korea-Krieg faktisch beendet worden. Südkoreas Militär schließt nicht aus, dass Nordkoreas Volksarmee während des Manövers Kurzstreckenraketen abfeuern könnte, um Stärke zu demonstrieren.