Nordkorea dreht Uhren des Landes um eine halbe Stunde zurück

07. August 2015 - 19:25 Uhr

Kim Jong-Un hat an der Uhr gedreht

Nordkorea führt zum 70. Jahrestag der Befreiung der Koreaner von japanischer Kolonialherrschaft eine neue Standardzeit ein und dreht die Uhren des Landes um eine halbe Stunde zurück.

Kim Jong-Un im Kreis von Vertrauten.
Kim Jong-Un schenkt seinem Volk eine halbe Stunde.
© REUTERS, KCNA

Die "boshaften japanischen Imperialisten verübten unverzeihliche Verbrechen, wie etwa Korea sogar seine Standardzeit zu nehmen", berichteten die staatlichen Medien des weithin abgeschotteten Landes.

Vom Befreiungstag am 15. August an soll die 'Pjöngjang Zeit' für das gesamte Staatsgebiet gelten. Durch die entsprechende Anordnung des Präsidiums der Obersten Volksversammlung soll den Berichten zufolge die Hinterlassenschaft der Kolonialzeit eliminiert werden.

Japan hatte Korea während seiner Kolonialherrschaft von 1910 bis 1945 seine Zonenzeit aufgezwungen. Der Zeitunterschied zur MESZ beträgt derzeit in Süd- und Nordkorea sowie Japan sieben Stunden oder UTC, der Weltzeit, plus neun Stunden.

Das Vereinigungsministerium in Seoul warnte, Nordkoreas Schritt könnte Verwirrung im beiderseitigen Austausch stiften, wie etwa beim Pendelverkehr zum gemeinsamen Industriekomplex in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong. Südkorea habe aus praktischen Gründen beschlossen, die geltende Standardzeit beizubehalten, sagte eine Sprecherin.