19. April 2019 - 15:44 Uhr

Polizei vermutet Neue IRA hinter Ausschreitungen

Bei gewaltsamen Ausschreitungen in Londonderry ist eine 29-jährige Journalistin erschossen worden. Die Polizei wertete den Vorfall als terroristischen Akt. Sie leitete Mordermittlungen ein. Es wird vermutet, dass hinter der Tat eine militante Republikaner-Gruppe namens "Neue IRA" stecken könnte. Der Staddteil Creggan gilt als Hochburg katholischer Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben.

Immer wieder Krawalle in Londonderry

"Das ist nicht nur eine Attacke auf eine junge Frau, sondern gegen die Bürger dieser Stadt", sagte ein leitender Polizist. Auf einer Pressekonferenz berichtete die Polizei, dass für den Mord an der Journalistin sicherlich mehrere Personen verantwortlich seien. Bei der Randale wurden Brandsätze geschleudert und mehrere Schüsse abgefeuert. Bilder zeigen brennende Autos, gepanzerte Einsatzfahrzeuge der Polizei und schwer bewaffnete Sicherheitskräfte.

Londonderry hat rund 85.000 Einwohner und liegt im äußersten Nordwesten der nordirischen Provinz an der Grenze zur Republik Irland. Dort wohnen vor allem Katholiken, die ihre Stadt schlicht Derry nennen. In dem britischen Landesteil sind paramilitärische Gruppierungen aktiv.

Seit Jahresbeginn sind wiederholt Sprengsätze in Londonderry explodiert, ohne dass es dabei Verletzte gegeben hätte. Einer davon detonierte im Januar vor einem Gericht mitten in der Stadt, nachdem kurz zuvor eine Warnung bei den Behörden eingegangen war. Kurz zuvor ging dort eine Gruppe Jugendlicher vorbei (siehe Video).