Entführungsfall ausgedacht

Elfjähriger schickt Polizei auf Suche nach entführter Frau: Läuft das wie im Fernsehen?

Polizei auf der Suche  (Archivbild)
Polizei auf der Suche (Archivbild)
© dpa, Arne Immanuel Bänsch, arb

18. März 2021 - 11:48 Uhr

Polizei sucht in Nordhausen nach entführter Frau

Weil er herausfinden wollte, ob echte Polizeieinsätze wie im Fernsehen ablaufen, hat ein Elfjähriger sich eine Entführungsgeschichte ausgedacht. Seine "Zeugenaussage" führte die Ermittler in den Ortsteil Herreden im thüringischen Nordhausen. Doch die Suche nach einer mutmaßlich entführten Frau nahm ein unerwartetes Ende, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag mitteilte. Nach längerer Befragung stellte die Geschichte des Jungen sich als erfunden heraus.

Elfjähriger beschrieb detailliert: Frau in Auto gezerrt

Der Elfjährige hatte sich per Notruf bei der Polizei gemeldet und sehr detailliert beschrieben, dass er beobachtet habe, wie eine Frau in ein Auto gezerrt und entführt worden sei. Nach eineinhalb Stunden Befragung gestand der Junge im Beisein seiner Eltern, die Geschichte erfunden zu haben.

Der Polizeieinsatz war währenddessen bereits angelaufen. Unter anderem waren Spezialkräfte, ein Hubschrauber und die Kriminalpolizei im Einsatz. Die Erwartungen des Jungen an fernsehreife Ermittlungsarbeit dürfte das übertroffen haben.

Muss der Junge für den Polizeieinsatz in Nordhausen zahlen?

Laut Polizeisprecherin Fränze Töpfer prüft die Polizei nun, welche Kräfte am Mittwoch geplant waren und welche bereits ermittelt haben, um eine Kostenübersicht für den Einsatz aufzustellen. Geprüft wird ebenfalls, ob ein Teil der Kosten auf den Jungen, beziehungsweise auf die Eltern umgelegt werden kann. Da Kinder ab sieben Jahren schon beschränkt geschäftsfähig sind, kann es sein, dass die Eltern zahlen müssen. Über die Höhe der Kosten kann die Polizei noch keine Angaben machen.

Quelle: DPA/ RTL.de