Schiff aus England erreicht Nordenham

Atommüll-Castoren auf dem Weg zum Endlager

2. Mahnwache vor dem Castortransport in Göttingen am Bahnhof. Zur aktuellen Stunde findet auch wieder in Göttingen am b
2. Mahnwache vor dem Castortransport in Göttingen am Bahnhof. Zur aktuellen Stunde findet auch wieder in Göttingen am b
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03. November 2020 - 10:30 Uhr

Polizei sperrt Gebiet in Nordenham weiträumig ab

Das Spezialschiff "Pacific Grebe" aus England mit sechs Containern voller Atom-Müll ist im niedersächsischen Nordenham eingelaufen. Die Behälter werden nun mit einem Spezial-Kran auf einen Zug verladen, der den Atommüll dann ins hessische Endlager Biblis bringen soll. Die Polizei ist bereits seit dem Wochenende damit beschäftigt, sich auf die kommenden Stunden vorzubereiten:

"Die Polizeidirektion Oldenburg hat sich seit langer Zeit auf diesen Einsatz vorbereitet und entsprechend auch verschiedene Einsatzszenarien in Betracht gezogen. Das heißt, wir sind gut vorbereitet auf alles was kommen kann. Wir rechnen grundsätzlich mit Protestaktionen", so Arno Zumbach zu Nonstop News. Bislang ist der Transport jedoch ohne größere Störungen von Demonstranten verlaufen. Der Umlade-Vorgang kann jedoch auch noch bis Dienstag (3. November 2020) andauern.

Mutmaßungen über Verspätung des Schiffs mit Atommüll aus England

Da das Schiff von Atom-Müll Gegnern bereits für das Wochenende erwartet wurde, gab es aufgrund der Verspätung Theorien um einen angeblichen Maschinen-Schaden oder ein absichtliches Herauszögern, um Demonstrationen zu verhindern. Diese Annahmen wurden von der Gesellschaft für Nuklear-Service jedoch zurückgewiesen. Deutschland ist verpflichtet, den aufbereiteten Atommüll aus England wieder zurückzunehmen. Bereits am Freitag (30. Oktober 2020) hatten sich Atomkraft-Gegner zu einer Mahnwache in Nordenham getroffen.

"Es gibt einen riesen Haufen Atommüll - aber kein Entsorgungskonzept"

Das wirft Silke Westphal vom Bündnis "Castor-Stoppen" vor. "Dass es einfach ganz viel Atommüll gibt und niemand weiß, was damit passieren soll und wir auch noch täglich weiterproduzieren und Atomkraftwerke am Laufen haben", so Westphal gegenüber RTL am Wochenende. Mit den geplanten Protest-Aktionen wolle man auf diese Problematik hinweisen. Die genaue Fahrtroute des Castor-Transportes ist jedoch nicht bekannt.