Norbert Röttgen im RTL-Interview

"Diese Sprache: Gas, Macht, Geld – das ist das einzige, was Putin versteht“

08. September 2020 - 10:16 Uhr

Nord Stream 2 müsse gestoppt werden

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), hat sich nach dem Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Nawalny für Sanktionen gegen Russland stark gemacht. Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 müsse gestoppt werden.

"Der wichtigste, eigentlich der einzige Grund für diese Pipeline ist ja, die Ukraine abschotten zu können von der russischen Gasversorgung. Dann wiederum kann er [Putin] weiter die Ukraine destabilisieren und seinen Machtanspruch ausdehnen weiter nach Westen in Europa. Diese Pipeline ist unnötig, sie ist schädlich und sie ist ein machtpolitisches Projekt. Diese Sprache: Gas, Macht, Geld – das ist das einzige, was Putin versteht," sagte Röttgen im RTL-Interview. (s. Video)

„Wirtschaftlich sind wir auf dieses Projekt überhaupt nicht angewiesen"

Wichtig sei ein geschlossenes Handeln in Europa. Röttgen sagte: "Dieser Menschenverachtung als Politik müssen wir Europäer entgegentreten. Darum geht es. Damit er sich nicht alles herausnehmen kann und Unfrieden stiftet, Menschen vergiftet, aggressiv weiter vorgeht. Es geht darum, unsere europäische Souveränität selber zu behaupten. Das steht auf dem Spiel und das ist ganz schön viel." Deutschland sei wirtschaftlich nicht auf die Pipeline angewiesen, so Röttgen:

"Wirtschaftlich sind wir auf dieses Projekt überhaupt nicht angewiesen. Russland hat wirtschaftliche Interessen daran. Wir brauchen diese Ostsee-Pipeline nicht in Deutschland. Wir haben über Land eine Infrastruktur an Pipelines, wir haben einen Gasbedarf, der mehr als gedeckt ist. Es ist nur überflüssig und machtpolitisch für Putin sinnvoll."

Röttgen will Merkel in seinen Wahlkreis einladen

Im Interview kündigte Röttgen als einer der möglichen CDU-Kanzlerkandidaten auch an, Bundeskanzlerin Angela Merkel in seinen Wahlkreis einzuladen. Merkel hatte zuvor bereits Röttgens Konkurrenten besucht: Armin Laschet in Düsseldorf und in Essen und Markus Söder auf Herrenchiemsee.

"Die Kanzlerin ist auch bei mir und in meinem Wahlkreis sehr herzlich willkommen. Das habe ich ihr auch ausgerichtet ohne darüber jetzt weiter zu sprechen. Ich bin kein Regierungschef, aber ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Kanzlerin mitgeteilt hat, auf diese Einladung zu warten. Und Sie können sich vorstellen, dass ich sie sehr gerne in meinem wunderschönen Wahlkreis – zum Beispiel im wunderschönen Siebengebirge – einladen werde." Einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht. Die Einladung werde "formgerecht erfolgen und – so sehr ich RTL schätze – nicht übers Fernsehen", so Röttgen.

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