Unsere Reporterin wagt den Selbstversuch

Nonisaft, Chlorella und Co.: Was können die vermeintlichen Wundermittel gegen Krebs?

04. Februar 2020 - 16:34 Uhr

Wie wirken die vermeintlichen Wundermittel gegen Krebs?

Frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel sollen nicht nur die Abwehrkräfte stärken, sondern viele werben auch damit, das Immunsystem zu verbessern und vor Krebs zu schützen. Doch lassen sich die sogenannten "Killerzellen" durch die vermeintlichen Wunderwaffen tatsächlich stimulieren? Dies möchte unsere Reporterin Anke Reichardt, selbst ehemalige Krebspatientin, wissen. Über acht Wochen lang hat sie drei Mittel unter ärztlicher Kontrolle getestet: Chlorella, Nonisaft und hochdosiertes Vitamin C. Welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat, wie Sie die einzelnen Mittel beurteilt und was der abschließende Bluttest beim Arzt ergeben hat, sehen Sie im Video.

Zahl der Krebserkrankungen wird sich in den nächsten 20 Jahren verdoppeln

Die Anzahl der Krebserkrankungen auf der Welt steigt stetig und wird sich nach Einschätzung des Chefs des Deutschen Krebsforschungszentrums, Michael Baumann, bis zum Jahr 2040 fast verdoppeln. Dabei ließen sich etwa 40 Prozent der Krebserkrankungen verhindern – durch einen gesünderen Lebensstil. Baumann nannte Faktoren, die zwar viele Menschen wüssten, die aber trotzdem nicht besonders gut umgesetzt würden: nicht Rauchen, kein Übergewicht, körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, wenig oder kein Alkohol. Außerdem empfiehlt das Deutsche Krebsforschungszentrum, alle Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, die gegen Krebserkrankungen empfohlen werden.

Ketogene Ernährung kann Krebs vorbeugen

Vor allem in Sachen Ernährung können Sie einiges tun, um der Enstehung von Krebs vorzubeugen. Dafür sollten viel frisches Gemüse und Obst, viele Vollkornprodukte und wenig raffinierter Zucker auf dem Speisenplan stehen. Auch Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch (Lachs, Makrele, Hering), pflanzliche Öle wie Raps-, Walnuss-, Oliven- oder Leinöl und möglichst wenig Fertigprodukte stärken das Immunsystem und machen es widerstandsfähiger.

Bei Menschen, die bereits an Krebs erkankt sind, kann die sogenannte ketogene Ernährung die Therapie positiv beeinflussen. Die ketogene Diät basiert auf einer reduzierten Zufuhr von Kohlenhydraten (vor allem Weißmehlprodukte wie Brot, Nudeln und Reis) und einer gesteigerten Aufnahme von Fett, wobei hier pflanzliche Öle bevorzugt werden sollten. Grund dafür ist, dass leicht verfügbarer Zucker die Krebszellen zum Wachstum anregt. Da eine ketogene Ernährung eine geringere Zuckerzufuhr beziehungsweise -verstoffwechselung bedeutet, wird den Krebszellen auch der Nährstoff entzogen.

Finger weg von ungeprüften Substanzen

Grundsätzlich gilt aber: Lassen Sie die Finger von ungeprüften Substanzen – erst recht, wenn Sie bereits an Krebs erkrankt sind und das Immunsystem ohnehin geschwächt ist. Schädliche Neben- und Wechselwirkungen können nicht ausgeschlossen werden, wenn die Mittel nicht als Medikament zugelassen sind.