Noch mehr Schlamperei im Fall Barschel

14. Februar 2016 - 2:40 Uhr

Im Fall Barschel wirft der Umgang mit Beweisstücken immer mehr Fragen auf. Nicht nur ein Haar aus dem Genfer Hotelzimmer, in dem der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident 1987 tot aufgefunden worden war, ist abhandengekommen. Es habe in der Lübecker Aufbewahrung auch ein Buch aus dem Zimmer gefehlt, teilte Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos) im Innen- und Rechtsausschuss des Kieler Landtags mit.

Es handelte sich demnach um die 'Gesammelten Werke' von Jean Paul Sartre. Nach Angaben von Schmalfuß hatte der ehemalige Lübecker Chefermittler Heinrich Wille das Werk mit zu sich nach Hause genommen. Die Behandlung der möglichen Beweisstücke im Fall Barschel sei gegen die Vorschriften erfolgt, sagte Schmalfuß. FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sagte, "wir erwarten Aufklärung über die Schlamperei in Lübeck".

Haar und Buch waren nach dem Tod des ehemaligen Kieler Ministerpräsidenten 1987 in Genf sichergestellt worden. Im Juli dieses Jahres war vor einer geplanten DNA-Untersuchung aufgefallen, dass sich in der Asservaten-Tüte kein Haar mehr befand.