"Noch ist er da" – Mandelas Tochter hofft auf letzte Geburtstagsfeier

06. Dezember 2013 - 12:11 Uhr

Mandelas Zustand weiter kritisch

Auch heute besuchte die Familie Nelson Mandela wieder im Krankenhaus von Pretoria. Die älteste Tochter des Friedensnobelpreisträgers stimmte die Südafrikaner auf den Tod ihres Vaters ein. "Ich will nicht lügen, er sieht nicht gut aus", sagte Makaziwe. Doch noch reagiere ihr Vater, wenn sie ihn ansprechen und versuche die Augen zu öffnen. "Noch ist er da." Vielleicht sei Gott gnädig, so Mandelas Tochter, und "Tata (Vater) ist am 18. Juli noch am Leben und wir können als Familie seinen Geburtstag wie immer feiern". Mandela wird am 18. Juli 95 Jahre alt. Seit dem 8. Juni befindet er sich wegen einer schweren Lungenentzündung im Medi-Clinic-Heart-Krankenhaus in Pretoria.

Mandela Tochter: „Noch ist er da“
Mandelas Zustand ist weiter kritisch, aber stabil.
© dpa, Kim Ludbrook

Südafrikas Präsident Jacob Zuma versucht stattdessen Mut zu machen. "Es geht ihm viel besser als gestern Nacht, als ich ihn sah", sagte er nach einem erneuten Besuch. Nach seinem gestrigen Besuch hatte Zuma seine geplante Reise in das Nachbarland Mosambik abgesagt.

Die Menschen in Südafrika verneigen sich unterdessen vor ihrem Nationalhelden und wollen Mandela in seinen womöglich letzten Stunden nah sein. Immer wieder legen sie Genesungswünsche, Blumen und Stofftiere vor Mandelas Wohnhaus in Johannesburg und an der Krankenhausmauer ab.

Obama: "Mandela ist ein Held für die Welt"

Auch die Afrikareise von US-Präsident Barack Obama wird von der schweren Krankheit des Friedensnobelpreisträgers überschattet. Im Senegal pries er Mandela als seinen "persönlichen Helden", der ihn als junger Mann durch seinen Anti-Apartheid-Kampf inspiriert habe. "Er gab mir ein Gefühl davon, was möglich ist in der Welt, wenn Menschen guten Willens zusammenarbeiten". Der US-Präsident nannte ihn einen "Held für die ganze Welt".

Nelson Mandela hatte wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem 27 Jahre lang in Haft gesessen. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrikas. Er ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland.

Ob Obama aber angesichts Mandelas Krankheit sein minutiös geplantes dreitägiges Besuchsprogramm am Kap durchziehen kann, ist fraglich. Sollte Mandela gar bis Freitagmorgen sterben, sei die Streichung des ganzen Obama-Besuchs angesichts der dann ausgerufenen Staatstrauer denkbar, sagten westliche Diplomaten. Obama wird am Freitag in Südafrika erwartet.

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