Noch immer Vermisste nach Wirbelsturm 'Sandy'

10. Februar 2016 - 19:06 Uhr

New York Marathon abgesagt

Jetzt beginnt das große Aufräumen: Die Menschen in der Millionenstadt New York und an der US-Ostküste wollen nach dem katastrophalen Wirbelsturm 'Sandy' so schnell wie möglich den Alltag wieder in den Griff bekommen. Die Zahl der Toten ist nach offiziellen Angaben auf über 100 gestiegen. Bislang wurden 102 Leichen geborgen. Und die Suche nach Vermissten geht weiter.

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Nach dem katastrophalen Tropensturm 'Sandy' werden noch immer Menschen vermisst.
© JB Nicholas / Splash News

Noch immer leben Millionen Menschen ohne Strom, Licht, Heizung, Trinkwasser, funktionierende Telefone oder Toiletten. Allein in New York haben laut dem US-Nachrichtensender CNN rund 500.000 Menschen keinen Strom. "Die Wiederherstellung der Elektrizität wird viel Zeit in Anspruch nehmen", zitierte CNN den Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg.

Aufgrund der immer noch verheerenden Zustände im 'Big Apple' wurde nun auch der New York Marathon abgesagt. Am Sonntag wollten 47.000 Läufer an den Start gehen. Wir wollten verhindern, dass ein Schatten über dem Rennen oder seinen Teilnehmern liegt. Deswegen haben wir entschieden, den Lauf abzusagen", sagte Bloomberg. Viele Läufer waren zu diesem Zeitpunkt bereits angereist, nachdem der Bürgermeister zunächst noch erklärt hatte, der Marathon finde statt.

Unterdessen verschärft sich auch zunehmend der Benzinengpass: Etwa 80 Prozent der Tankstellen, berichtete der Fernsehsender NBC, hätten kein Benzin mehr - oder keinen Strom, um es aus den Tanks zu pumpen. An den wenigen Tankstellen, die noch Treibstoff haben, bilden sich Schlangen von bis zu einem Kilometer Länge. Polizisten sorgen für Ordnung, weil sich immer wieder Autofahrer nach stundenlangem Warten in die Haare geraten.

In Staten Island kamen in der vergangenen Nacht zehn Transporter des Roten Kreuzes mit Trinkwasser und Medikamenten zur Versorgung der Menschen an. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen Regierungsvertreter mit den Kommunalpolitikern Lösungen erarbeiten. Bis der Strom zurückkehrt, kann es nach Angaben des Versorgers in einigen Gegenden noch bis zu zwei Wochen dauern. Allein in New York verteilte die Nationalgarde rund eine Million Essen und große Mengen Trinkwasser an die Opfer des Sturms.

Weltstars geben Benefizkonzert in New York

Das Leid der Menschen löste eine weltweite Welle der Hilfsbereitschaft aus. Bürger, Unternehmen und Prominente spendeten bereits fast 20 Millionen Dollar (rund 15 Millionen Euro). UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach den Betroffenen sein Mitleid aus und bot die Hilfe der Vereinten Nationen an. Die UN, deren Hauptgebäude in New York ebenfalls beschädigt wurde, hatten am Donnerstag den Betrieb wieder aufgenommen. Nach Schätzungen der Bundesbehörden verursachte 'Sandy' im Osten der USA einen Gesamtschaden von 20 Milliarden Dollar.

Zusammen mit den Opfern aus der Karibik forderte der Sturm mehr als 150 Menschenleben. Manche der Opfer wurden vor ihrem Tod zu Helden, andere kamen auf tragische Art und Weise ums Leben. Ein 28 Jahre alter Polizist rettete sieben Menschen das Leben. Als das Wasser in der Sturmnacht in seinem Haus immer weiter stieg, schaffte er alle nach oben - der älteste ein fast 70-jähriger Mann, der jüngste sein 15 Monate alter Sohn. Ein letztes Mal tauchte der Polizist in den Keller und kam nicht mehr zurück.