2017 M11 18 - 14:45 Uhr

Lauda fürchtet um Zukunft der Formel 1

Die Kritik an den Plänen des neuen Formel-1-Besitzers Liberty Media zur Umgestaltung der Serie reißt nicht ab. Nun hat sich mit Niki Lauda ein weiterer Verantwortlicher geäußert – der Österreicher fürchtet gar um die Zukunft der Königsklasse.

Lauda: "Zeit läuft langsam ab"

"Die Amerikaner brauchten natürlich Zeit, um zu verstehen, was die Formel 1 ist, aber diese Zeit läuft jetzt langsam ab", sagte der Aufsichtsratschef des Mercedes-Werksteams der "Gazzetta dello Sport": "Und was sie über die Zukunft denken, bereitet mir Sorgen."

Der Weltverband FIA und die neuen Besitzer Liberty Media hätten zuletzt immer wieder betont, dass man die Leistung angleichen müsse, sagte der 68-Jährige: "Aber die DNS der Formel 1 ist das Gegenteil. Es ist Quatsch zu denken, dass verschiedene Sieger in jedem Rennen mehr Attraktivität bringen. In der Formel 1 geht es um Wettbewerb. Die Entwicklung der Autos ist ein Grundpfeiler."

Ferrari droht mit Formel-1-Ausstieg

ARCHIV - Motorsport: Formel-1 Weltmeisterschaft, Grand Prix von Italien 3. freies Training am 02.09.2017 in Monza (Italien). Der CEO von Ferrari, Sergio Marchionne, verfolgt das Qualifying für das Rennen auf einem Monitor in der Box. Foto: Antonio Ca
Ferrari-Boss Sergio Marchionne kritisiert die Pläne der Formel-1-Besitzer.
© dpa, Antonio Calanni, FP fdt

Ein neues Motorenreglement mit günstigeren und lauteren Antriebseinheiten sowie eine Budgetdeckelung sind Pläne, um die Formel 1 ausgeglichener und zugleich zugänglicher für neue Teilnehmer zu machen.

Auch Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hatte ebenfalls deutliche Zweifel an den Ideen von Liberty Media geäußert und sogar mit einem Ausstieg der Scuderia aus der Königsklasse gedroht. Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey reagierte beschwichtigend. "Es gibt eine einzige Formel 1, und die Teams müssen einmalige Autos im Bereich Motor und Chassis bauen können", sagte er.

Liberty Media will mehr Konkurrenzkampf

Gleichzeitig beharrte er aber auch darauf, dass Veränderungen notwendig seien: "Wir wollen, dass mehr Teams um den Sieg kämpfen und dass der Erfolg davon abhängt, wie sie das Geld ausgeben - und nicht davon, wie viel man ausgibt. Ungewissheit über den Ausgang eines Rennens ist fundamental, damit Motorsport zu einem für Zuschauer attraktiven Sport wird."