Niki Lauda eine Woche an einer Herz-Lungen-Maschine

16. August 2018 - 10:09 Uhr

Lauda auf der Intensivstation: Seine Familie ist bei ihm

Niki Laudas behandelnder Arzt Walter Klepetko hat sich nach Laudas Lungentransplantation zuversichtlich zu dessen Genesung geäußert. "Es ist momentan alles in einem sehr guten Verlauf und wir sind sehr zufrieden", sagte der Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie am Allgemeinen Krankenhaus in Wien dem ORF. Seine Familie ist derzeit vor Ort und steht ihm bei.

Not-OP: Situation dramatisch zugespitzt

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lauda hatte sich am Donnerstagmorgen einer Lungentransplantation unterziehen müssen, die dringend notwendig war. "Die Situation war insofern an der Spitze, denn er wurde die letzten sieben Tage nur durch eine Art Herz-Lungen-Maschine am Leben gehalten", erläuterte Klepetko, der nicht vorhersagen kann, wie lange der ehemalige RTL-F1-Experte in der Klinik bleiben muss. "Junge Patienten könnten nach einer solchen Operation meist schon nach zwei oder drei Wochen das Krankenhaus verlassen", erklärte Klepetko. "Bei älteren Patienten dauert es schon länger", sagte der Arzt mit Blick auf den 69 Jahre alten Lauda. Der Österreicher habe eine schwere Lungenerkrankung gehabt, so dass bei ihm die ganze Lunge ersetzt worden sei, erklärte Klepetko in einem Gespräch mit rtl.de.

Kein Promi-Bonus für Lauda

Zudem wies der Universitätsprofessor darauf hin, dass sich die Wartezeit Niki Laudas auf eine Spenderlunge "in nichts von anderen" Patienten unterschieden habe. Da Österreich (wie Deutschland und sechs weitere europäische Staaten) an Eurotransplant (Vermittlungsstelle für Organspenden) angeschlossen ist, konnte am Tag vor der Operation eine geeignete Lunge gefunden werden.

Am AKH Wien gab es im vergangenen Jahr 106 Lungentransplantations-Patienten, 105 von ihnen wurden entlassen, betonte Klepetko im Gespräch mit RTL.de. 2017 sei aber in dieser Hinsicht ein überdurchschnittlich erfolgreiches Jahr gewesen. Üblicherweise liege dort die Quote bei 93 Prozent.

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Mit einer Sommergrippe fing es an

Lauda hatte sich zuletzt im Urlaub auf Ibiza eine Sommergrippe eingefangen und sich wegen der Probleme ins Wiener Klinikum begeben. Nach einem zwischenzeitlichen Aufenthalt auf der Intensivstation wurde der Aufsichtsratschef des Mercedes-Werksteamsauf eine normale Station verlegt, es schien ihm wieder besser zu gehen - bis es am Donnerstag zur Not-OP kam.

Schon Laudas dritte Transplantation

Laudas Lunge ist seit seinem schlimmen Feuerunfall vom Nürburgring am 1. August 1976 schwer beeinträchtigt gewesen. Infolgedessen hatte er sich in der Vergangenheit bereits zwei Nierentransplantationen (1997 und 2005) unterzogen. Spender waren sein Bruder und seine Frau.