Auslöser war Video über Polizeigewalt

Nigeria kommt nicht zur Ruhe: EndSARS-Proteste gehen weiter

Nigerianer bei den Protesten in Lagos
Nigerianer bei den Protesten in Lagos
© AP, Sunday Alamba, SA

23. Oktober 2020 - 15:08 Uhr

Appell des Präsidenten: „Eure Stimme wurde laut und deutlich gehört“

In Nigeria eskaliert die Gewalt, Proteste und Unruhen sind an der Tagesordnung. International hagelte es weiter Kritik an dem brutalen Vorgehen von mutmaßlichen Sicherheitskräften gegen Demonstranten am Dienstag, darunter von der Afrikanischen Union (AU) und der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie. Präsident Muhammadu Buhari rief die Demonstranten auf, die Proteste zu beenden: "Eure Stimme wurde laut und deutlich gehört."

Mindestens zwölf Tote

Ungeachtet dessen berichteten Reporter von neuen Ausschreitungen. In der Hauptstadt Lagos hätten Menschen Straßen blockiert und Gebäude geplündert und zerstört, es seien Schüsse zu hören gewesen.

In Afrikas größter Volkswirtschaft kommt es bereits seit zwei Wochen zu den #EndSARS genannten Protesten gegen Polizeigewalt. Am Dienstag eskalierten die Proteste, als vermutlich Sicherheitskräfte auf Demonstranten an einer Mautstelle in Lagos schossen. Die Organisation Amnesty International sprach von nachweislich mindestens zwölf Menschen, die dabei von Sicherheitskräften getötet worden seien.

Solidarität aus aller Welt

Die Afrikanische Union schloss sich der Kritik etlicher prominenter Stimmen aus dem Ausland an - sie reichen von Sängerin Rihanna bis zum demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden.

Ausgelöst worden waren die Proteste ursprünglich durch ein Video, das einen Beamten der mittlerweile aufgelösten Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) beim Töten eines jungen Mannes zeigte und in den sozialen Medien die Runde machte.

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