Vor sieben Jahren in Nigeria verschleppt

Entführte Schulmädchen entkommen Terrormiliz Boko Haram

Im Jahr 2014 stürmten bewaffnete Männer eine Schule im nigerianischen Dorf Chibok und entführten 276 Mädchen
Im Jahr 2014 stürmten bewaffnete Männer eine Schule im nigerianischen Dorf Chibok und entführten 276 Mädchen
© REUTERS, Afolabi Sotunde, /FW1F/Kevin Liffey

30. Januar 2021 - 12:44 Uhr

Mehr als 100 "Chibok-Mädchen" gelten als vermisst

Einige junge Frauen – vor sieben Jahren als Schülerinnen entführt – sind der Terrormiliz Boko Haram entkommen. Das hat der Vater eines Mädchens dem US-Fernsehsender CNN berichtet. Wie viele der Frauen sich befreien konnten, ist noch unklar. Noch immer gelten mehr als 100 der Schulmädchen aus dem nigerianischen Dorf Chibok als vermisst.

"Sie hat so doll geweint"

Halima Ali Maiyanga ist eines der Mädchen, das noch immer vermisst wird. Am Donnerstag soll sie ihren Vater angerufen und ihm erzählt haben, dass sie und auch einige andere Mädchen es geschafft hätten, der Terrormiliz Boko Haram zu entkommen.

"Sie hat mich gefragt: 'Ist da mein Papi?' Und sie hat angefangen zu weinen", erzählte Ali Maiyanga CNN. "Sie hat so doll geweint, ich habe sie nicht gut verstanden. Ich habe auch geweint. Ich habe nicht damit gerechnet, jemals wieder von ihr zu hören."

Nigeria: Entkommenes Mädchen ist in Sicherheit

Ali Maiyanga konnte nicht lange mit seiner Tochter sprechen. Aber er weiß, dass sie und die anderen in Sicherheit sind. Die nigerianische Armee kümmere sich um sie. Seine Tochter habe vom Telefon eines Sicherheitsbeamten angerufen. "Die ganze Familie ist so glücklich. Unser Haus ist voll mit Leuten, die sich mit uns freuen."

Noch ist unklar, wie viele der vermissten Mädchen fliehen konnten. Der US-Fernsehsender CNN wartet auf eine offizielle Bestätigung der Geschichte von der nigerianischen Armee.

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Seit 2014 in den Klauen der Terrormiliz Boko Haram

Im Jahr 2014 stürmten bewaffnete Männer eine Schule im nigerianischen Dorf Chibok. Sie entführten 276 Schulmädchen. Die Massenentführung sorgte weltweit für Entsetzen.

Viele der Mädchen konnten direkt nach der Massenentführung fliehen. Zwei Jahre nach der Entführung wurde 2016 ein weiteres Mädchen gefunden. Es kam aus einem Wald, suchte nach Hilfe, berichteten Zeugen. Im selben Jahr, nach zwei Jahren Gefangenschaft, ließ die islamische Terrormiliz nach Verhandlungen mit der nigerianischen Regierung 21 Mädchen frei. 2017 wurden 82 weitere Mädchen befreit. Im Austausch dafür wurden inhaftierte Boko-Haram-Kämpfer freigelassen. Seitdem sind noch 112 Mädchen weiterhin in Gefangenschaft.

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