Nigeria: 21 Chibok-Mädchen aus den Fängen von Boko Haram befreit

14. Oktober 2016 - 14:44 Uhr

Zweieinhalb Jahre waren die Mädchen Geiseln

Im April 2014 entführte die Terrormiliz Boko Haram 276 Mädchen in Nigeria - jetzt wurden 21 von ihnen befreit. Im Gegenzug ließ die Regierung vier Kämpfer der Terrorgruppe frei. Bei den Verhandlungen war auch die Schweiz beteiligt.

Viele Schülerinnen haben Kinder bekommen

Die Mädchen befänden sich in Sicherheit, teilte Nigerias Regierung mit. Die Schülerinnen seien in Maiduguri den Behörden übergeben worden – 18 von ihnen hätten mittlerweile selbst Kinder.

An den Verhandlungen zwischen der sunnitischen Miliz und der Regierung waren auch die Schweiz und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz als neutrale Vermittler beteiligt. Zunächst teilte die nigerianische Regierung mit, dass keine Gefangenen der Terrormiliz ausgetauscht worden seien. Nach Angaben des Militärs ließ der Staat aber vier inhaftierte Führungsmitglieder der Terrorgruppe frei.

Mädchen zu Selbstmordattentäterinnen ausgebildet?

Laut 'VICE News' wurde lange befürchtet, dass die Mädchen nie wiederkehren würden – und unter Boko Haram zu Selbstmordattentaten gezwungen oder animiert wurden. Die Miliz missbraucht auch nach UNICEF-Angaben Kinder und Frauen immer öfter als Selbstmordattentäter. Es wird spekuliert, dass die Opfer zum Tragen von Sprengstoffgürteln überredet oder gezwungen werden, z.B. durch Bedrohung ihrer Familien oder Gehirnwäsche. Laut 'NBC News' waren drei Selbstmordattentate im vergangenen Jahr in Nigeria von entführten Mädchen verübt worden. Ob es sich um Chibok-Schülerinnen handelte, sei unklar.

Boko Haram hatte vor zweieinhalb Jahren 276 überwiegend christliche Schülerinnen aus dem Ort Chibok im Nordosten Nigerias verschleppt. Etwa 50 von ihnen gelang kurz danach die Flucht aus den Fängen der Islamisten. Doch noch immer gelten rund 200 der jungen Frauen als vermisst. Ihre Entführung löste international Entsetzen aus. Die Kampagne zur Befreiung der Mädchen (#BringBackOurGirls) wurde unter anderem auch von US-First Lady Michelle Obama prominent unterstützt.

Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias und angrenzende Gebiete in den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad. Seither wurden bei Anschlägen und Angriffen der sunnitischen Extremisten mindestens 14.000 Menschen getötet. Mehr als zwei Millionen Menschen sind wegen der Gewalt auf der Flucht.

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