Terrorakt vermutet

Sechs französische Touristen bei Angriff getötet

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die Umstände eines Angriffs im Niger so rasch wie möglich aufklären.
© AP, John Thys, VM

10. August 2020 - 15:49 Uhr

Bewaffnete Motorradfahrer griffen Menschen im Niger an

Im westafrikanischen Niger sind nach Behördenangaben sechs Franzosen und zwei Nigrer getötet worden. Schwer bewaffnete Menschen auf Motorrädern hätten die acht nahe Kouré in der Region Tillabéri im Westen des Landes am Sonntagmorgen angegriffen, sagte der Gouverneur Ibrahim Katiela. Innenminister Elkache Alada nannte die Tat einen Terrorakt, sagte aber zunächst nicht, wer hinter dem Angriff vermutet wird.

Frankreich spricht von "mörderischem Anschlag"

Frankreich und der Niger wollen die Umstände eines Angriffs so rasch wie möglich aufklären. Dafür sollen alle Mittel eingesetzt werden, wie das Amt von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag in Paris mitteilte.

Der Élyséepalast sprach von einem "mörderischen Anschlag", bestätigte aber nicht die Zahl der Opfer und äußerte sich auch nicht zu möglichen Hintergründen der Tat. Macron habe mit seinem nigrischen Amtskollegen Mahamadou Issoufou gesprochen. Sie seien weiter entschlossen, gemeinsam gegen terroristische Gruppen im Sahelgebiet zu kämpfen. Macron werde am Dienstag in einem Verteidigungsrat über die Lage beraten.

Terrorgefahr in der Sahelregion

Bei den getöteten Franzosen handelt es sich nach Angaben des Gouverneurs um Mitarbeiter von ACTED, einer französischen Hilfsorganisation. Sie waren demnach aber touristisch unterwegs. Die zwei Nigrer seien der Fahrer und Führer der Franzosen gewesen. ACTED selbst sprach von sieben Mitarbeitern der Organisation und einem Führer.

Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist in Westafrika massiv im Einsatz gegen Islamistenmilizen. Der Anti-Terror-Einsatz "Barkhane" war im Februar auf rund 5.100 Soldaten aufgestockt worden. Die Sahelregion – ein Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt – gilt als unsicher, da dort etliche Terrorgruppen aktiv sind. Einige von ihnen haben dem Terrornetzwerk Al-Kaida oder dem Islamischen Staat (IS) die Treue geschworen.