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Niedersächsische Polizei rollt alten Fall neu auf: Was geschah mit Katrin Konert (15)?

Katrin Konert (15) verschwand 2001 am Neujahrsabend.
Katrin Konert (15) verschwand 2001 am Neujahrsabend.
© dpa, Hans-Jürgen Wege, h cas jol gfh

26. Oktober 2018 - 22:22 Uhr

Mysteriöse Nachricht an der Bushaltestelle

Das letzte Mal, dass Katrin Konert lebend gesehen wurde, war am Neujahrs Abend 2001. Die 15-Jährige stand an einer Bushaltestelle in Bergen im Wendland (Niedersachsen). Danach verliert sich ihre Spur. 2017 tauchte dann genau an dieser Bushaltestelle eine mysteriöse Kreidenachricht auf. Die Ermittler haben sich den alten Fall jetzt noch mal vorgenommen und versuchen Licht ins Dunkel zu bringen.

Stieg Katrin Konert zu einem Fremden ins Auto?

"Die Polizei geht davon aus, dass Katrin Konert tot ist", sagte der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, Steffen Grimme. Bis heute wurde aber weder eine Leiche noch ein Mörder gefunden. Mit einer neuen Ermittlungsgruppe, die auch von Profilern des Landeskriminalamtes Hannover unterstützt wird, soll das Verbrechen nun 17 Jahre später endlich aufgeklärt werden. "Die Angehörigen wissen nicht, wo sie trauern können", sagte Grimme.

An dem Tag, an dem Katrin verschwand, gab es Blitzeis. Sie schrieb noch eine SMS an ihre Schwester, als sie an der Haltestelle stand und auf den Bus wartete. Die Polizei glaubt, dass die damals 15-Jährige zu einem Fremden ins Auto gestiegen sein könnte, um nach Hause zu kommen. Sie wollte ins 13 Kilometer entfernte Groß-Gaddau.

Polizei hofft auf neue Hinweise

Suche nach Katrin Konert
Alle Suchaktionen im Fall der vermissten Katrin Konert blieben bisher erfolglos.
© dpa, Hans-Jürgen Wege, gr jol

"Die bisherigen Ermittlungen haben sich sehr stark im persönlichen Umfeld von Katrin bewegt", sagte der Chef der Kriminalpolizei. 2003 vernahmen die Ermittler einen Bekannten der Schülerin wegen des Verdachts auf Totschlag. Ihm konnte man damals allerdings nichts nachweisen. 2017 tauchte dann eine rätselhafte Kreidenachricht an der Bushaltestelle auf, an der die Vermisste gewartet hatte. Den Text will die Polizei nicht veröffentlichen.

Die neue Ermittlungsgruppe geht nun jeder noch so kleinen Spur nach. "Es gibt fast täglich neue Hinweise", sagte deren Leiterin Annegret Dau-Rödel. In Bergen wird am 30. Oktober eine mobile Wache aufgebaut, die fünf Wochen in dem Ort bleiben soll. Auch online können sich Zeugen melden und anonyme Hinweise im sogenannten BKMS-Portal (Business Keeper Monitoring System) der Polizei abgegeben. Die Belohnung für entscheidende Hinweise wurde auf 10.000 Euro aufgestockt.

"Cold-Case"-Ermittler haben Erfolg

Auch in anderen Bundesländern gibt es schon ähnliche Ermittlergruppen, die sich mit ungeklärten alten Fällen – sogenannten "Cold Cases" beschäftigen. So wurden beispielsweise die Morde an Nicky Verstappen und Stephanie Drews aufgeklärt. In Niedersachsen wollen die Ermittler sich nun weitere 268 Altfälle vornehmen, um den Familien der Opfer endlich Gewissheit zu verschaffen.

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