Niedersachsen will handeln: Kameras in Schlachthöfen gefordert

9. November 2018 - 22:55 Uhr

Barbara Otte-Kinast will eine bessere Überwachung von Schlachthöfen

Die geplante Kamera-Überwachung ist eine Reaktion auf den Fall von gequälten Rindern in einem Schlacht-Betrieb in Oldenburg. Der Vorstoß aus Niedersachsen erhält auch bundespolitisch Unterstützung, so wird auch aus der SPD-Bundestagsfraktion die Forderung nach einer bundesweiten Kamerapflicht in Schlachthöfen geäußert. Denn auch die Aufnahmen aus einem brandenburgischen Schlachthof machen deutlich, dass in Schlachthöfen regelmäßig gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird.

Oldenburger Schlachthof verliert nach Schock-Video weitere Kunden

Nach den erschütternden Filmaufnahmen aus dem Rinderschlachthof haben weitere Kunden die Zusammenarbeit mit dem Oldenburger Betrieb beendet. Lidl teilte am Freitag mit, alle Lieferanten hätten nach Bekanntwerden von Tierquälerei versichert, dass sie ab sofort keinerlei Rohstoffe mehr von der Standard-Fleisch GmbH & Co. beziehen würden. Der Discounter distanziere sich von den Praktiken des Schlachtbetriebs. Zuvor hatten bereits die Bünting Gruppe und das Unternehmen Frosta ihre Aufträge gestoppt.

Auch Aldi Süd reagierte. "Wir haben unsere Lieferanten umgehend aufgefordert, keine weiteren Waren mehr von dem genannten Betrieb zu beziehen", teilte eine Sprecherin mit.

Staatsanwaltschaft ermittelt – Schlachthof bestätigt Vorwürfe der Tierquälerei

Dem Verein Deutsches Tierschutzbüro zufolge haben weitere Firmen die Zusammenarbeit mit dem Schlachthof beendet. Die Unternehmen hätten sich entsetzt über die Zustände gezeigt, sagte der Vorstandsvorsitzende Jan Peifer. Der Verein hatte die Videos Anfang der Woche gezeigt, die mit versteckter Kamera in dem Schlachthof aufgenommen worden sein sollen. Die Bilder zeigen, wie Rinder nicht fachgerecht betäubt und bei Bewusstsein getötet werden. Wir haben darüber Berichtet. 

Die Tierschützer haben Strafanzeige gegen den Betrieb gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der Schlachthof hat die Vorwürfe im Grundsatz bestätigt. "Wir zweifeln weder die Authentizität der Bilder an noch möchten wir die Vorfälle kleinreden", hatte das Unternehmen kurz nach Bekanntwerden der Videos mitgeteilt.

Das Deutsche Tierschutzbüro fordert die Schließung des Betriebs. Die dokumentierten Zustände seien so gravierend, dass sofort gehandelt werden müsse.