Minister Weil und Tonne über verlängerten Lockdown

Niedersachsen: Noch strengere Maßnahmen sind möglich

Coronavirus - Landespressekonferenz Niedersachsen
© dpa, Julian Stratenschulte, jst exa

22. Januar 2021 - 10:22 Uhr

Ministerpräsident Weil: "Nervliche Anspannung enorm groß"

Auch an Politkern gehe die Situation der letzten Wochen und Monate nicht spurlos vorbei, so Ministerpräsident Stephan Weil heute in einer Pressekonferenz in Hannover. Die allgemeine Stimmung in der Gesellschaft sei von einer "gewissen Erschöpfung" gekennzeichnet. Trotzdem gab es auch gute Nachrichten. "Die bislang ergriffenen Maßnahmen greifen deutlich – könnte natürlich noch schneller gehen, aber wir waren in der Spitze bei 125 (Inzidenzwert, Anm. der Redaktion) und jetzt sind wir bei 90. Das heißt, es geht in die richtige Richtung." Auch mit dem Dialog zwischen Bund und Ländern sei zufriedenstellend. Dafür spreche auch der Verlauf der Pandemie in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern.

Es kann zu weiteren Einschränkungen kommen - ab einer Inzidenz von 200

Doch nicht in allen Landkreisen ist das Infektionsgeschehen so rückläufig. Daher machte Stephan Weil auch noch mal deutlich, dass dort, wo man noch von einer 50er Inzidenz weit entfernt sei, weitere Verschärfungen beschlossen werden können. "Es ist und bleibt unser Ziel, den Inzidenzwert 50 zu erreichen. (…) Wir werden in diese Zusammenhang auch Themen wie Ausgangssperren usw. immer wieder zu prüfen haben (…) Dinge, die im jeweiligen Landkreis angebracht sind."

Neue Mutation auch in Niedersachsen mehrfach nachgewiesen

20.01.2021, Niedersachsen, Hannover: Stephan Weil (l, SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, und Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister Niedersachsen, sitzen in der Landespressekonferenz bei einer Pressekonferenz zu weiteren Maßnahmen zur Eindämmu
Coronavirus - Landespressekonferenz Niedersachsen
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"Wir wissen aber nicht, in welcher Dynamik sich die Mutation verbreitet, das gilt für Deutschland und für Niedersachsen," so Weil weiter. Einige Fälle sind bekannt, der erste, erst später nachgewiesene Fall, stamme schon aus dem November 2020. Man sei lieber vorsichtig und vorbereitet. Bilder wie aus London wolle man auf jeden Fall verhindern.

"Das ist ein großer Beitrag, den die Kinder und Jugendlichen leisten."

Bildungsminister Grant Hendrik Tonne sprach ausführlich über die neuen Regelungen an den Schulen. Man halte an dem sogenannten Szenario B für die Abschlussklassen und Grundschuler fest. Jedoch werden die Grundschüler von der wechselnden Präsenzplicht befreit, Eltern müssen sich mit einem Formblatt für eine Variant entscheiden, die dann bis zum Ende des Lockdowns gilt. Für Tonne kein leichter Schritt, die Schulpräsenz so weit herunter zu fahren: "Wir müssen immer wieder abwägen und abringen, dass wir keine nachhaltigen Problemlagen bei den Kindern und Jugendlichen (…) verursachen, sowohl was Einbrüche in der Lern-und Bildungsbiografie betrifft, aber auch was soziale Kontakte betrifft (…)." Alle bundesweiten Corona-Regeln für den verschärften Lockdown finden sie hier.