Verrückter Streit um Zickzack-Linien

Parkverbot vor der Haustür: Autos nach 35 Jahren verbannt

Weil die Nachbarn nicht rückwärts ausparken können, erklärt die Stadt die Straße vor Anettes und Norberts Haus in Laatzen bei Hannover nach 35 Jahren kurzerhand zur Halteverbotszone.
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10. Juli 2020 - 19:54 Uhr

Schildbürgerstreich in Niedersachsen

Weil die Nachbarn nicht rückwärts ausparken können, erklärt die Stadt die Straße vor Anettes und Norberts Haus in Laatzen bei Hannover nach 35 Jahren kurzerhand zur Halteverbotszone.

Bürger wussten nichts von der Maßnahme

Seit 35 Jahren parken die Anwohner einer idyllischen Reihenhaussiedlung in Niedersachsen direkt vor der Haustür. Doch auf einmal findet sich eine Zickzack-Markierung auf der Straße – nun herrscht Parkverbot! Zwar ist die Straße mehr als breit genug für die Feuerwehr, aber wohl nicht zum Einparken vor dem schräg gegenüber liegenden Mehrfamilienhaus. Die Hausverwaltung hat angeordnet, dass dort ab sofort nur noch vorwärts eingeparkt werden darf. Dafür brauche man den Platz vor den Reihenhäusern.

Anwohner wie Norbert und Anette können es nicht fassen – auch weil sie noch nicht einmal informiert wurden: "Ein Schildbürgerstreich!" Als sie morgens aus dem Fenster schauten, konnten sie ihren Augen kaum trauen: Unangekündigt hat die Stadt ihnen die Zickzack-Linien vor die Tür gepinselt. Und das, obwohl es in den vergangen 35 Jahren keine Probleme mit den Parken vor der Haustür gegeben hat: "Auf einmal soll die Straße kleiner sein, das wundert uns sehr!"

Hausverwalter und Stadt denken nicht an Aufhebung

Park-Posse
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Neben dem Ehepaar sind auch vier weitere Haushalte betroffen. "Es regt uns auf, dass niemand mit uns gesprochen hat. Es war wie eine Nacht und Nebel-Aktion", ärgert sich Nachbar Heinz. Seine Frau ergänzt: "Die Straße ist hier am breitesten und wird hinten viel schmaler, aber dort gibt es nirgendwo ein Parkverbot!"

Der Hausverwalter, der das Parkverbot angestoßen hat, beharrt im Gespräch mit RTL auf seinem Standpunkt: "Wenn ein Auto rückwärts raus will, ist die Straße nicht breit genug." Auch die Stadt bleibt unnachgiebig: "Die Maßnahme bleibt bestehen."

Jetzt haben die Anwohner Widerspruch eingelegt. Und für die Nachbarn von gegenüber, die Probleme beim Parken haben, haben sie einen Tipp: "In fünf Kilometern ist ein Verkehrsübungsplatz."