Vogelgrippe in Niedersachsen

Hunderte Vögel tot auf Deichen und Feldern

15. April 2021 - 9:36 Uhr

Vogelgrippe breitet sich in Niedersachsen rasant aus

Wegen des Vogelgrippe-Virus sind in Niedersachsen schon eine Million Nutztiere getötet worden. Aber auch unter den Wildtieren breitet sich das Virus offenbar immer aggressiver aus. Besonders im ostfriesischen Rheiderland entlang der Ems-Deiche beobachten Landwirte und Deichwächter bis zu 40 Vogelkadaver täglich.

Woran man infizierte Vögel erkennt, erfahren Sie in unserem Video.

Mit jedem Hochwasser werden neue Kadaver angespült

Grasende Wildgänse im Rheiderland/Niedersachsen
Grasende Wildgänse im Rheiderland/Niedersachsen
© RTLNord, DPAVideo

Eine Nonnengans dreht sich orientierungslos immer wieder im Kreis, 50 Meter weiter liegt ein weiteres Tier tot im Gras – Szenen wie diese erlebt Deichrichter Detert Gruis seit Tagen. "Das ist traurig mit anzusehen", sagt er. Mit jedem Hochwasser werden im Landkreis Leer entlang der Deiche neue Vogelkadaver angespült. Aber auch im Hinterland, wo vor allem Wildgänse grasen, liegen hunderte toter Artgenossen.

Ansteckungsgefahr ist bedrohlich

Vogelkadaver nach Infektion mit H5-Virus
Vogelkadaver nach Infektion mit H5-Virus
© RTLNord, DPAVideo

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr müssen alle toten Vögel eingesammelt werden. Auch Aasfresser könnten sich sonst anstecken. Doch die Deichwärter kommen mit dem Einsammeln der Kadaver nicht mehr hinterher: "Wir schaffen das nicht mehr alleine," so Oberdeichrichter Meint Heinsmann. "Wir müssen jetzt gemeinsam mit dem Landkreis eine Lösung finden".

Keine Hinweise auf Ansteckung für Menschen

Genetische Analysen des Friedrich-Löffler-Instituts ordnen die aktuell auftretenden Viren dem Subtyp H5 zu. Dabei wurde eine Reihe von Virusvarianten nachgewiesen, die genetisch mit den in den Jahren 2016/2017 in Europa aufgetretenen H5N8-Viren verwandt sind. Wie bei den H5-Viren aus den Jahren 2016/2017 gibt es derzeit auch bei den aktuellen H5-Viren keine Hinweise darauf, dass sie den Menschen infizieren können, heißt es seitens des für Tierseuchen zuständigen Instituts.

Spaziergänger sollten trotzdem aufpassen

Sperrung für Spaziergänger am Ems-Deich
Sperrung für Spaziergänger am Ems-Deich
© RTLNord, DPAVideo

Wegen der aktuellen Funde und des damit verbundenen Risikos appelliert der Landkreis Leer:

  • Meiden Sie die betroffenen Gebiete, insbesondere entlang der gesamten Ems-Deichlinie.
  • Verzichten Sie auf Spaziergänge und Fahrradtouren durch dieses Gebiet. Das gilt auch für die dort verlaufenden Wirtschaftswege.
  • Führen Sie Ihre Hunde grundsätzlich an der Leine.
  • Achten Sie darauf, dass es zu keinem Kontakt mit verendeten bzw. verendenden Tieren kommt.

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