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Zur Entlastung des Pflegepersonals

Niedersachsen/Bremen: Forscher entwickeln Roboterarme für die Pflege

Ein Roboterarm gießt bei einem Versuchsaufbau am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz Wasser in einen Becher. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild
Ein Roboterarm gießt bei einem Versuchsaufbau am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz Wasser in einen Becher. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

18. März 2021 - 8:23 Uhr

Projekt "Adamekor"

Roboterarme könnten pflegebedürftige Menschen aus Sicht von Wissenschaftlern mehr Selbstständigkeit ermöglichen und Pflegende entlasten. Derzeit entwickeln Forscher aus Bremen, Oldenburg und Osnabrück gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe, Robotiksysteme für Pflegebetten, wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Bremen mitteilte. Das Bundesforschungsministerium fördert das dreijährige Projekt mit dem Namen "Adamekor" mit rund 1,8 Millionen Euro.

Hilfe beim Umlagern und als dritte Hand

Beim Umsetzen von Menschen etwa vom Bett in den Rollstuhl könnten robotische Systeme helfen. Dafür arbeiten die Forscher der Uni Oldenburg an einem Roboterarm, der das Pflegepersonal etwa bei körperlich herausfordernden Umlagerungen entlasten soll.

Die Wissenschaftler nutzen auch zwei bereits entwickelte Roboterarme und wollen herausfinden, wie sie in der Pflege sinnvoll eingesetzt werden können. Die Bremer Forscher konzentrieren sich dabei auf einen als Medizinprodukt zugelassenen Roboterarm, der als eine Art dritte Hand verwendet werden kann. Das Gerät mit drei "Fingern" wird auf einem Beistelltisch installiert und kann vom Bett aus etwa über einen Joystick gesteuert werden. So können sich Patienten Getränke eingießen oder Dinge vom Nachttisch holen. Ziel der Wissenschaftler ist es, die Steuerung des Arms so zu verfeinern, dass er für Pflegebedürftige einfach bedienbar ist.

Akzeptanz notwendig

Roboterarme, wie sie in dem Projekt benutzt werden, gibt es den Forschern zufolge bislang nicht in der Pflege, sondern vor allem in der Industrie. Das schlage sich im Design und in der Steuerung nieder, sagte Serge Autexier vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Bremen.

Neben den technischen Herausforderungen sehen die Wissenschaftler weitere Hürden. "Die Technik-Akzeptanz ist ein ganz großes Feld, ein ganz großes Problem", sagte Daniel Dorniok von der Universität Oldenburg. "Es bringt nichts, wenn wir technisch etwas erfinden, was auch gut funktioniert, aber niemand es einsetzt, weil die Akzeptanz fehlt." Um herauszufinden, wie Robotersysteme für die Pflege gestaltet sein müssten, befragen die Wissenschaftler Pflegekräfte und Gepflegte. Da die Roboterarme auf viele Menschen abschreckend wirken, brauche es viel Information und Anleitung. Im Labor funktionierten die Systeme gut. Aufgabe des Projektes sei es herauszufinden, wie es in der Praxis funktionieren könnte.

Roboterarme zurzeit noch teuer

Zum Abschluss des Projektes im Jahr 2023 wollen die Wissenschaftler einen Demonstrator aufbauen, der zeigt, wie robotische Systeme mit künstlicher Intelligenz in der Pflege eingesetzt werden könnten. Dass bald an jedem Pflegebett Roboterarme stehen, ist mit Blick auf die Preise unrealistisch. Den Forschern zufolge kostet der kleine Roboterarm mindestens 17.000 Euro, der große je nach Ausstattung zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Aber: "Die Preise, die wir jetzt im Forschungskontext für dieses Thema aufrufen, die sind absolut nicht vergleichbar mit den Preisen, die dann irgendwann am Markt sind", so Wissenschaftler Niels Will.


Quelle: DPA / RTL.de

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