Niedersachsen: Älteren mit präventiven Hausbesuchen helfen

13. Januar 2020 - 12:21 Uhr

Niedersachsen startet ein Pilotprojekt, bei dem älteren Menschen mit präventiven Hausbesuchen geholfen werden soll, länger in den eigenen vier Wänden zu leben. Stadtmitarbeiter sollen Senioren bei den Besuchen Tipps zur altersgerechten Ausstattung der Wohnung sowie Hinweise auf Hilfsangebote wie Mittagstische, Einkaufshilfen und Nachbarschaftsaktivitäten geben, wie das Sozialministerium in Hannover am Montag mitteilte. Noch in diesem Jahr sollen drei Modellkommunen gefunden werden, die das Hilfsmodell zunächst erproben. Bis 2022 sind dafür jährlich Zuschüsse in Höhe von 500.000 Euro vorgesehen. Danach soll entschieden werden, ob das Präventionsprojekt flächendeckend eingeführt wird.

"In vielen Kommunen gibt es gute Angebote, die nicht alle kennen", sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD) der "Bild"-Zeitung. Bei den Hausbesuchen sollten Experten unter anderem helfen, Risiken wie Stolperfallen zu entschärfen. "Manchmal hilft es bereits, ein Licht mit Bewegungsmelder anzubringen." Erreicht werden soll damit, dass ältere Menschen nicht vorschnell in ein Pflegeheim müssen.

Um Pflegebedürftige finanziell zu entlasten, forderte Reimann erneut eine zügige Reform der Pflegeversicherung. "Alle anderen Sozialversicherungen werden mit Steuergeld unterstützt", sagte sie der "Bild". "Auch in die Pflegeversicherung muss ein Steuerzuschuss fließen." Der Eigenanteil der Versicherten müsse gedeckelt werden.

Quelle: DPA