Niebel: Appell an die arabischen Staaten

09. Februar 2016 - 14:30 Uhr

Niebel: "Ich bin sehr verwundert"

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat die reichen arabischen Staaten aufgefordert, endlich Hilfe für die hungernden Menschen in Somalia zu leisten. Von diesen Staaten "war bisher noch nichts zu hören", kritisierte Niebel. "Ich bin schon sehr verwundert darüber, dass die Masse aller Hilfszusagen aus Europa und Nordamerika kommen."

Hungersnot Somalia
Luftbrücke nach Somalia
© REUTERS, FEISAL OMAR

Auch die betroffenen Länder Kenia, Äthiopien und Uganda engagieren sich. "Aber von den reichen arabischen Staaten, den muslimischen Staaten, gerade den Golfstaaten ist noch nicht erkennbar, dass sie ihren Glaubensbrüdern und -schwestern irgendeine Hilfe zukommen lassen. Das halte ich für sehr bedenklich. Und ich wundere mich, wo hier die Mitmenschlichkeit ist."

Niebel appellierte an die Golfstaaten inklusive Saudi-Arabien, "ihrer Verantwortung gerecht zu werden, und mit ihren großen finanziellen Möglichkeiten dazu beizutragen, dass die armen Menschen insbesondere in Somalia, aber auch in den Nachbarländern nicht dem Hungertod anheimfallen".

Deutsche Hilfe läuft an

Unterdessen kommt jetzt auch aus Deutschland Hilfe aus der Luft für die hungernden Menschen am Horn von Afrika: Am Samstagabend startete ein Charterflugzeug der Hilfsorganisation humedica aus Kaufbeuren mit 30 Tonnen Hilfsgütern von München nach Nairobi. Von der kenianischen Hauptstadt aus sollen die Lebensmittel und Medikamente mit Lastwagen in die Flüchtlingslager in der Region Dadaab im Norden des Landes transportiert und dort in Kooperation mit einem lokalen humedica-Partner verteilt werden.

In Dadaab haben im derzeit größten Flüchtlingslager der Welt rund 400.000 Menschen überwiegend aus dem Bürgerkriegsland Somalia Zuflucht vor der Hungersnot gesucht. "Milchpulver, Medikamente, medizinischer Bedarf, wir sind sehr froh, dass diese Hilfsgüter nun kurzfristig auf den Weg nach Kenia bringen können", erklärte humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß. Ein zweiter Flug mit Hilfgütern für die kenianische Bevölkerung in der nördlichen Region Turkana sei in Planung, hieß es.

Die Vereinten Nationen hatten vor wenigen Tagen eine Luftbrücke in die somalische Hauptstadt Mogadischu gestartet. Der Deutschland-Chef von Ärzte ohne Grenzen, Tankred Stöbe, betonte jedoch, dass es noch immer sehr schwierig sei, die Hilfsmittel vom Flughafen zu den betroffenen Menschen zu bringen. "Was uns besorgt, ist die Frage, wie die Hilfsgüter die Bedürftigsten in Somalia tatsächlich erreichen können. Das ist weiterhin nicht sichergestellt und das kann auch die jetzige Luftbrücke nicht leisten", sagte Stöbe am Samstag dem rbb-Inforadio.

Unterdessen forderte der Vizepräsident der Welthungerhilfe und frühere UN-Umweltdirektor Klaus Töpfer einen UNO-Einsatz, um die Hungersnot in Somalia zu bekämpfen. "Auf dem Rücken verhungernder Menschen werden Stammesfehden ausgetragen, dazu kommt der islamische Fundamentalismus der Al-Shabaab-Miliz", schrieb er in einem Gastbeitrag für die 'Bild am Sonntag'. "Dem darf die Weltgemeinschaft nicht länger zusehen. Wo bleibt die schnelle Einsatztruppe der UN?"

Mit einer Spende können Sie helfen und Leben retten!

Stiftung RTL - Wir helfen Kindern e.V.

Stichwort: Hungersnot Afrika

Konto: 1512151

BLZ: 370 501 98

Sparkasse KölnBonn