Name seit 2002 geschützt!

Nie mehr „Malle“-Partys in Deutschland?

© RTL

22. August 2019 - 10:24 Uhr

Von Markus Peggen und Marko Orlovic

Ist es das Ende der "Malle-Partys" in Deutschland? Nicht nur am berüchtigten "Ballermann" geht es ordentlich rund - jeden Sommer finden auch in Deutschland tausende "Malle"-Partys statt. Und genau daraus macht ein gewiefter Geschäftsmann aus Hilden bei Düsseldorf ein lukratives Geschäft. Wie RTL exklusiv erfahren hat, flattern seit einigen Tagen bei Kneipenbesitzern, Veranstaltern und Partymachern Abmahnungen ins Haus - mit teilweise horrenden Forderungen.

Riesen Streit um „Malle“ - Wirtin auf Schadensersatz verklagt

Auch eine Gastronomin aus Essen ist stinksauer. Seit Jahren organisiert die Wirtin "Malle"-Partys in einem Essener Szeneklub. Doch nun ist damit Schluss! Denn der Kosename für die Lieblingsinsel der Deutschen ist seit 2002 tatsächlich rechtlich geschützt (Nummer der Marke: 002631166, eingetragen beim Deutschen Patent- und Markenamt). Unglaublich aber wahr!

Jörg L. aus Hilden fordert nun rückwirkend Schadensersatz für die Nutzung der Wortmarke. Die Essenerin fürchtet um ihre Existenz.

Schluss mit „Malle total“ und „Malle Party“

Vor Wochen bekam die Gastronomin eine Unterlassungserklärung (die RTL vorliegt) einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei zugeschickt. Darin wird sie aufgefordert, unter anderem die Bezeichnung "Malle Party", "Hände hoch Malle", "Malle total" und "Malleangebote" für ihre Veranstaltungen nicht mehr zu nutzen. Bei künftigen Verstößen droht ihr eine Strafe in Höhe von jeweils 3.000 Euro. Außerdem werden ihr die Anwaltskosten in Höhe von 1.822,96 Euro in Rechnung gestellt.

Die Wirtin des Bierkönigs ist schockiert. "Ich bin seit 25 Jahren im Geschäft, doch sowas habe ich noch nicht erlebt", sagt sie. In den vergangenen Jahren habe sie unzählige "Ballermann"-Partys in Essen veranstaltet. Dass sie die Bezeichnung "Malle" nicht nutzen darf, sei ihr völlig fremd gewesen. Die Urkunde vom Patentamt bekam sie gleich mitgeschickt.

Mindestens 500 Euro pro Party

Doch es kommt noch schlimmer. Jörg L. fordert offenbar zusätzlich rückwirkend Schadensersatz von Daniela - mindestens 500 Euro pro Veranstaltung. "Ich habe den Mann angerufen, er sagte mir, dass ich vermutlich noch mehr Geld zahlen muss", erzählt sie. Vorerst aber nur für fünf Partys, die sie in den vergangenen Monaten im Bierkönig veranstaltet hatte. "Er hat offenbar auf unserer Facebookseite nachgezählt", vermutet sie.

Wie hoch die Summe letztendlich ausfallen wird, hänge von der Größe und Besucherzahl ab, so die Wirtin. Bei 600 bis 650 Personen, die ihre Location fassen kann, könne die Summe schnell auf mehrere Tausend Euro klettern. Daniela will sich nun erst einmal mit ihren Anwälten beraten.

„Malle“ über das Internet lizenzieren

Nach RTL-Informationen besitzt der Mann aus Hilden die Rechte für "Malle" bis zum 29. April 2022. Die Lizenzen für Veranstaltungen verkauft er über das Internet. Zum Beispiel auf "www.esser-promotion.de" startet der Preis bei 595 Euro. Mit dem Hinweis, dass die Summe je nach Besucheranzahl einzeln errechnet werden muss. Ein Angebot werde dann per E-Mail zugeschickt. Für den gleichen Preis kann übrigens auch die Lizenz für einen Song erworben werden.

Wir haben den Mann heute Morgen konfrontiert - äußern wollte er sich aber leider nicht.
Ob er damit eine bittere Abrechnung mit der Branche vorantreibt? Nach RTL-Informationen hat er sich Mitte der 90er selbst als "Malle"-Sänger versucht: Zum "Malle-Hit" hat es mit Songs wie "We love Mallorca" aber nicht gereicht.

RTL bleibt dran.