Corona-Ersatz für Sergio Perez

10 Fakten zu "Comebacker" Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg
© dpa, Sebastian Gollnow, scg nic

31. Juli 2020 - 15:53 Uhr

Der "Hulk" ist zurück

Nico Hülkenberg sitzt wieder in einem Formel-1-Wagen. Kein Aprilscherz, keine hitzebedingte Fata Morgana. Der Deutsche ersetzt Racing-Point-Fahrer Sergio Perez, der positiv auf Corona getestet worden ist und an diesem Wochenende den Sofa-Piloten geben muss. Anlässlich des Blitz-Comeback gibt's hier 10 Fakten zum "Hulk".

1. Das große Talent

Brasilien 2010
Nico Hülkenberg im Williams in Sao Paulo.
© Imago Sportfotodienst

Hülkenberg galt in seiner Generation als talentiertester Nachwuchsfahrer: Mit 15 Jahren gewann er 2002 die deutsche Kart-Juniorenmeisterschaft und ein Jahr später auch die deutsche Kartmeisterschaft. 2005 stieg er in die Formel BMW ein, wo er sich mit acht Siegen auf Anhieb zum Meister krönte. Ein Jahr später wurde er bester Rookie in der Formel 3.

Nach seinem Einstieg als Testfahrer beim Formel-1-Team Williams feierte Hülkenberg Erfolge in der GP2-Serie, die er, wie bereits Lewis Hamilton und Nico Rosberg vor ihm, in seinem Debütjahr gewann. Die Nachwuchskarriere des "Hulk" entsprach der eines echten Supertalents. 2010 erhielt er als Belohnung ein Stammcockpit im Williams, wo er Teamkollege von Ex-Ferrari-Pilot Rubens Barrichello wurde. Später fuhr er für Force India, Sauber und Renault.

2. Guter Draht zu Racing Point

Nico Hulkenberg
Nico Hülkenberg im Force India.
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Der 32-Jährige kennt Racing Point (früher Force India) gut. 2011 fing ihn der Rennstall nach seinem Vertragende bei Williams auf und machte ihn zum Testfahrer - das alles unter der Regie des heutigen Teamchefs Otmar Szafnauer. 2012 beförderte ihn der Rennstall dann zum Stammpiloten, von 2014 bis 2016 fuhr er erneut für das Team, zu dem er jetzt zurückkehrt. Sein Kollege beim zweiten Engagement übrigens: Sergio Perez.

3. Größter Erfolg Le Mans-Sieg 2015

imago images / HochZwei
Nico Hülkenberg nach seinem Erfolg in Le Mans.
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Ähnlich überraschend wie sein Comeback in Silverstone kam Hülkenbergs Start beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans 2015. Recht spontan griff der Emmericher für Porsche ins Lenkrad und bewies, dass er sich schnell an neue Bedingungen anpassen kann. Gemeinsam mit seinen Fahrerkollegen Earl Bamber und Nick Tandy gewann er das prestigeträchtigste Langstreckenrennen.

4. Trauriger Rekord

Nico Hülkenberg
Nico Hülkenberg in Sao Paulo im Williams.
© Imago Sportfotodienst

Hülkenberg ist der Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Starts ohne Top-3-Ergebnis: 177 Rennen in zehn Jahren - dabei nur eine Pole-Position und zwei schnellste Rennrunden.

5. Glückliche Umstände

Der 32-Jährige hatte für dieses Wochenende eigentlich einen GT-Test auf dem legendären Nürburgring geplant. Er hatte vor, Mitte August mit einem Lamborghini im ADAC GT-Masters zu starten. Wegen des Tests hatte der "Hulk" zufällig seinen Helm dabei und war quasi sofort startklar.

6. Fabrik ums Eck

BUDAPEST, HUNGARY - JULY 18: Racing Point team members push Sergio Perez of Mexico and Racing Point car back into the garage during final practice for the F1 Grand Prix of Hungary at Hungaroring on July 18, 2020 in Budapest, Hungary. (Photo by Peter
Nur einen Kilometer ist die Racing Point-Fabrik von der Strecke in Silverstone entfernt. Da können die Mechaniker die Kisten eigentlich auf per Hand rübertragen...
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Racing Point hat seine Fabrik nur wenige Kilometer von der Rennstrecke in Silverstone. Die Sitzanpassung im Auto und die Ausstattung mit dem Team-Outfit waren damit praktisch ums Eck und in kurzer Zeit möglich. Die Beantragung der FIA-Superlizenz offenbar reine Formsache.

7. Fitnesszustand

Hülkenberg hat zehn Jahre Formel-1-Erfahrung und steht seit Beginn des Jahres wieder voll im Training. Ende August soll(te) er ohnehin an der Rennserie ADAC GTA Masters in der Lausitz und auf dem Nürburgring teilnehmen – allerdings als Gaststarter. Hülkenbergs Nacken wird nach dem F1-Rennwochenende trotzdem wohl ein paar Tage Pause benötigen.

8. Hülkenberg privat

Hülkenberg ist mit der litauischen Modedesignerin Egle Ruskyte liiert und wohnt in Monaco. Er kommt ursprünglich aus dem niederrheinischen Emmerich, wo sein Vater die "Hülkenberg Spedition KG" betreibt. Dort begann Nico auch eine Ausbildung zum Speditionskaufmann, die er aber nicht abschloss. Und noch ein kleiner Funfact: Hülkenberg spricht fließend Niederländisch.

9. Experte bei RTL

Seit dieser Saison ist Hülkenberg Formel-1-Experte bei RTL und hätte auch das Rennwochenende in Silverstone begleiten sollen. Schon in Österreich stand er neben Moderator Florian König und Experte Timo Glock am Mikrofon.

10. Full-Time Comeback möglich?

Mindestens ein weiteres Formel-1-Rennen wird Hülkenberg bestreiten, denn Sergio Perez muss nach seiner Infektion erst einmal in Quarantäne. Da vor kurzem die Isolationszeit in Großbritannien auf zehn Tage verlängert wurde, könnte Hülkenberg auch beim Silverstone 2 am kommenden Wochenende im Racing-Point-Cockpit sitzen. Und sollte er in England abliefern, empfiehlt er sich möglicherweise sogar für ein Fulltime-Comeback in der Saison 2021.