Nicht viel zu verlieren – kreative Wege aus der Krise: So geht's Griechenland

03. Mai 2017 - 13:43 Uhr

Rentenkürzungen und Steuererhöhungen

Rentenkürzungen und Steuererhöhungen

Jeder Siebte in Griechenland lebt als Folge der Krise in Armut, so eine Studie, darunter vor allem junge arbeitslose Menschen. Trotzdem fordert die Rettung des Landes weiter ihren Tribut, auch von den Armen und Alten. Griechenland und internationale Geldgeber einigten sich unter anderem auf Pläne für Rentenkürzungen und Steuererhöhungen. EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici sieht jedoch eine "sehr positive Entwicklung" und machte den Griechen Hoffnung, dass die Jahre der harten Einschnitte bald vorbei sein könnten. "Es ist nun an der Zeit, die für das griechische Volk so lange und schwere Zeit der strengen Sparpolitik zu beenden", sagt er.

Hoffnung made in Greece

Doch es gibt auch hausgemachte Hoffnung in Griechenland. Während der Krise wurden viele kleine Firmen gegründet. Manche machten aus ihrer Not eine Tugend, wie zum Beispiel George Peroulias, der Gründer von 'Luxury Toys'. Peroulias war erfolgreicher Immobilienmakler, doch durch die Krise verlor er alles. Erst verkaufte er seine eigenen Wertsachen, dann half er Freunden – gegen eine kleine Provision – deren Wertsachen zu veräußern. Daraus ist mittlerweile ein Geschäft mit drei Filialen geworden. Außerdem verkauft er über das Internet in die ganze Welt.

Nichts zu verlieren

Andere wagten endlich, ihre Ideen oder Träume zu verwirklichen. Je größer die Krise wurde, desto bewusster wurde so manchem, dass er im Grunde nichts zu verlieren hat. Stelios Zompanakis gründete 'Jack & Jenny' und verkauft Abenteuer-Segeltörns. "Viele haben an unserer Entscheidung gezweifelt. Wie willst du das anstellen, ein Geschäft starten, in Griechenland, keine Chance. Klar, du kannst ständig weinen über die Situation hier. Das könnte ich machen. Aber ich hatte das Gefühl, dass wir was verändern könnten, nicht nur für uns", sagt Zompanakis.

Es mögen nur kleine Beispiele sein, und Griechenland hat noch einen weiten Weg zu gehen, aber mit Menschen wie Peroulias und Zompanakis kann das Land es vielleicht schaffen.