Schwere Ausschreitungen in Paris, Montpellier und Marseille

Nicht nur friedliche Siegesfeiern von Algerien-Fans in Frankreich: Eine Tote

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12. Juli 2019 - 11:55 Uhr

Party wegen Halbfinal-Einzug im Afrika-Cup

Die algerische Nationalmannschaft steht beim Afrika-Cup nach einem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen die Elfenbeinküste im Halbfinale - das wollten die Fans natürlich feiern. In Frankreich, wo viele Menschen mit algerischen Wurzeln leben, kam es allerdings zu schweren Ausschreitungen. In Montpellier hat ein Fan laut Medienberichten bei einem Autokorso eine 42-jährige Frau und zwei Kinder überfahren. Wie der Fernsehsender Franceinfo berichtet, sei die Frau tödlich verletzt worden. Die beiden Kinder kamen mit teilweise schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Fans feierten auf den Straßen

Fans
Während es an vielen Orten friedlich zuging, kam es auch zu schweren Ausschreitungen
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Auch in Paris gingen Tausende Fans nach dem Sieg für die Feierlichkeiten auf die Straße - zum größten Teil friedlich. Doch nahe der Champs-Elysées kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen. Dutzende algerische Fans stürmten einen Motorrad-Shop sowie ein weiteres Geschäft und klauten Räder und Zubehör. Regierungsangaben zufolge erlitten insgesamt zehn Polizisten leichte Verletzungen. "Die Zerstörungen und Vorkommnisse sind inakzeptabel", kommentierte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner die gewalttätigen Ausschreitungen.

Landesweit mindestens 70 Festnahmen

Auch in Marseille versammelten sich rund 9000 Algerier. Die Polizei musste bei Krawallen im Alten Hafen Tränengas einsetzen, um die große Menge an Fans zu kontrollieren. Zehn Sicherheitskräfte mussten wegen leichter Verletzungen behandelt werden.

Laut Medienberichten soll es landesweit mindestens 70 Festnahmen gegeben haben.