Nicht mehr zur Apotheke: Ärzte wollen jetzt selbst Medikamente ausgeben

Ärzte wollen das Apotheken-Monopol brechen.
© dpa, Britta Pedersen, ped cul

19. Oktober 2018 - 6:49 Uhr

Es könnte das Ende des Apotheken-Monopols sein

Bislang dürfen nur Apotheker Medikamente an Patienten abgeben - damit will jetzt der Deutsche Hausärzteverband Schluss machen. Künftig sollen Ärzte selbst verschreibungspflichtige Arzneimittel ausgeben dürfen. 

Hausärzte fordern Reform des Arzneimittelrechts

Deutsche Hausärzte sollen selbst verschreibungspflichtige Medikamente an Patienten abgeben können. Das fordert der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Damit würden Ärzte Apotheken praktisch gleichgestellt. Und Ressourcen könnten besser genutzt werden, etwa auf dem Land, so Weigeldt. Es gehe aber nur um eine begrenzte Zahl von Arzneimitteln. Ein komplettes Sortiment bereitzuhalten, sei jedenfalls nicht das Ziel. "Wir können und wollen die Apotheken nicht ersetzen", sagte der Ärztevertreter.

Derzeit dürfen Ärzte ihren Patienten nur kostenlose Medikamente mitgeben, beispielsweise um einen akuten Schmerz zu lindern.

Protest gegen Spahn-Vorschlag

Der Vorstoß der Ärzte ist als Reaktion auf eine Initiative von Gesundheitsminister Jens Spahn zu verstehen. Spahn hatte beim Apothekertag in München vorgeschlagen, dass Apotheker künftig Impfungen verabreichen könnten. Dafür sollen sie eine gesonderte Vergütung erhalten. Da stellen sich die Ärzte quer. Diese müssten "ohne Wenn und Aber von einem Arzt durchgeführt werden", so der Ärztevertreter.

​Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), zeigte sich offen für den Vorschlag. Man dürfe sich neuen Versorgungsformen nicht verschließen, sagte er der Zeitung. Zugleich warnte er davor, die Hausärzte zu überfordern. "Ärztliche Versorgung wird von Jahr zu Jahr mehr ein knappes Gut, sodass ich aktuell nicht die Kapazitäten für zusätzliche Aufgaben bei den Ärzten sehe", sagte Rüddel.