NFL-Spieler protestieren gegen US-Präsident Donald Trump

© dpa, Michael Dwyer, WMS

25. September 2017 - 8:32 Uhr

NFL-Teams zeigen große Solidarität

Die Teams der amerikanischen Football-Liga NFL haben der Kritik von US-Präsident Donald Trump in großer Solidarität getrotzt. Während des Abspielens der US-Nationalhymne vor ihren Partien am Sonntag gingen über 100 Spieler auf die Knie oder blieben sitzen, viele hielten sich dabei demonstrativ an den Händen. Das Team der Pittsburgh Steelers blieb während der Hymne gar geschlossen in der Kabine.

Pittsburgh Steelers bleiben geschlossen in der Kabine

Sep 24, 2017; Chicago, IL, USA; An empty sideline as the players for the Pittsburgh Steelers did not come out for the National Anthem before the game against the Chicago Bears at Soldier Field. Mandatory Credit: Mike DiNovo-USA TODAY Sports
Niemand da bei der US-Nationalhymne: Die Pittsburgh Steelers ziehen sich geschlossen in die Kabine zurück
© USA Today Sports, Mike Dinovo, ad4

Die Attacken von US-Präsident Donald Trump auf die NFL haben eine Protestwelle ausgelöst. Beim Gastspiel der Baltimore Ravens und der Jacksonville Jaguars im Londoner Wembleystadion knieten zahlreiche Spieler beim Abspielen der US-Nationalhymne, der Rest stand Arm in Arm am Spielfeldrand. Sogar Jaguars-Eigentümer Shad Khan ließ es sich nicht nehmen, sich bei seinen Spielern unterzuhaken, um ein Zeichen für Einigkeit und Solidarität zu setzen und so gegen die Trump-Aussagen zu protestieren.

In den USA setzte sich die Solidarität gegen Trump fort. So blieben in Chicago die Pittsburgh Steelers während der Hymne in der Kabine, um sich "aus dieser Situation zu entfernen", wie Steelers-Coach Mike Tomlin bei US-Sender 'CBS' erklärte. Beim Gastspiel der Denver Broncos bei den Buffalo Bills blieb der deutsche NFL-Profi Kasim Edebali bei der Hymne stehen, legte seinem knieenden Teamkollegen Bennie Fowler aber die Hand auf die Schulter.

Ravens-Boss Bisciotti: "Demokratie in ihrer höchsten Form"

U.S. President Donald Trump speaks at a campaign rally for Senator Luther Strange in Huntsville, Alabama, U.S. September 22, 2017. REUTERS/Aaron P. Bernstein
Fordert die Entlassung vieler NFL-Spieler: US-Präsident Donald Trump
© REUTERS, AARON P. BERNSTEIN, ab/DH

Trump hatte die Football-Fans in den letzten Tagen mehrfach via Twitter aufgefordert, NFL-Spiele zu boykottieren, solange die Proteste der Profis während der amerikanischen Hymne anhalten. Von den Club-Besitzern hatte Trump verlangt, hart gegen die protestierenden Spieler durchzugreifen und diese zu feuern oder zu suspendieren.

Ravens-Eigentümer Steve Bisciotti bezog daraufhin klar Stellung. "Wir wissen um den Einfluss unserer Spieler. Wir respektieren ihre Demonstration und unterstützen sie zu 100 Prozent. Alle Stimmen müssen gehört werden. Das ist Demokratie in ihrer höchsten Form", so Bisciotti via Twitter.

Trump lädt NBA-Meister Golden State Warriors aus

ARCHIV - Basketball: NBA, Cleveland Cavaliers - Boston Celtics Play-off-Runde, Eastern Conference, Conference-Finale, 4. Spieltag am 23.05.2017 in der Quicken Loans Arena in Cleveland, USA. Cleveland Cavaliers LeBron James reagiert. (zu dpa «US-Topsp
Klare Meinung: US-Basketballstar LeBron James bezeichnet Präsident Donald Trump als Penner
© dpa, Leah Klafczynski, zeus nic hak

Am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) hatte Trump nochmal Öl ins Feuer gegossen und behauptet, dass das Interesse an der NFL stark zurückgehe: "Ja, die Spiele sind langweilig, aber viele (Fans, d.Red.) bleiben weg, weil sie unser Land lieben."

Diese Aussagen sowie ein Tweet, in dem er die Einladung an die Basketball-Meister der Golden State Warriors zu einem Besuch im Weißen Haus wegen kritischer Äußerungen von Superstar Stephen Curry zurückzog, hatten bei zahlreichen Vertretern im US-Sport für harsche Kritik gesorgt. Unter anderem wurde Trump von Basketball-Superstar LeBron James als "Penner" beschimpft, auch mehrere NFL-Clubeigner wendeten sich von Trump ab. Am Sonntag forderte der Präsident die Liga auf, die USA "zu unterstützen".