New York: Wall-Street-Banker kassieren Boni in Höhe von 20 Milliarden Dollar

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2012 war ein gutes Jahr für die Wall-Street-Banker.
picture alliance / ZUMAPRESS.com, Shen Hong

"Gewinne und Boni haben sich 2012 erholt"

Finanz- und Schuldenkrise war gestern – an der New Yorker Wall Street sprudeln die Boni für Banker wieder. Nach Schätzungen des US-Rechnungshofs hat die New Yorker Finanzbranche 2012 an ihre Manager Bonuszahlungen in Höhe von insgesamt 20 Milliarden Dollar ausgeschüttet. Dies sei der höchste Stand seit 2010 und im Vergleich zu 2011 ein Plus von acht Prozent.

Im vergangenen Jahr dürfte ein Wall-Street-Banker im Schnitt einen Cash-Bonus von 121.900 Dollar (rund 93.000 Euro) kassiert haben, erklärte New Yorks oberster Finanzbeamter Thomas DiNapoli. Im Jahr 2011 waren die Zahlungen noch zurückgegangen. "Gewinne und Boni haben sich 2012 erholt", sagte DiNapoli. Den Beschäftigten in der New Yorker Finanzindustrie kam dabei ironischerweise auch zugute, dass die Banken in der Metropole im vergangenen Jahr Mitarbeiter abgebaut haben. So verteilte sich der Bonustopf auf weniger Köpfe.

Ende vergangenen Jahres arbeiteten 169.700 Menschen an der Wall Street, 1.000 weniger als im Vorjahr. DiNapoli geht davon aus, dass der Abbau in diesem Jahr weitergeht. So hatte die Großbank JPMorgan erklärt, konzernweit 4.000 Stellen streichen zu wollen. "Die Wall Street befindet sich noch immer im Wandel", so DiNapoli weiter. Neben einer strengeren Regulierung, die manche Geschäfte erschwert oder gar verbietet, hat auch der fortschreitende computergestützte Handel etliche Banker arbeitslos gemacht.

2011 summierte sich das Gesamtgehalt eines Wall-Street-Bankers auf 362.900 Dollar (rund 277.822 Euro). Damit verdient ein Finanzjongleur in New York etwa fünfmal so viel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im 'Big Apple'. Wie viel Geld die Finanzprofis in diesem Jahr verdient haben, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Die bar ausgezahlten Boni sind nur ein Teil des Einkommens. Hinzu kommen Aktien beziehungsweise Aktienoptionen sowie das Grundgehalt.

US-Bankenbranche fährt bestes Ergebnis seit 2006 ein

Dabei hat den Wall-Street-Bankern das beste Jahresergebnis der US-Bankenbranche seit 2006 in die Karten gespielt. Im Vergleich zu 2011 wuchs der Gewinn im vergangenen Jahr um mehr als 19 Prozent auf 41,3 Milliarden Dollar, wie der Einlagensicherungsfonds FDIC mitteilte.

Dies sei so viel wie seit 2006 und damit vor Ausbruch der Finanzkrise nicht mehr, als der Sektor mit 145,2 Milliarden Dollar sein bisher bestes Ergebnis überhaupt verzeichnet habe. Im vergangenen Jahr profitierten die Geldinstitute laut Federal Deposit Insurance Corp (FDIC) vor allem davon, dass sie nicht mehr so viele Rückstellungen für faule Kredite bilden mussten. Zudem legten Kreditgeschäft und Gebühreneinnahmen zu.

FDIC-Chef Martin Gruenberg äußerte jedoch Zweifel, dass die Branche ihr rasantes Wachstum beibehalten könne. Die Gewinne der Finanzhäuser könnten zudem schnell wieder zusammenschmelzen, wenn die Politik in Washington nicht mit einem Haushaltskompromiss automatische Kürzungen großen Umfangs verhindern könne.