Neuregelungen im Juni: DVB-T2, gelockerter Lärmschutz zur Fußball-EM und Basis-Girokonto für alle

1. Juli 2016 - 8:35 Uhr

Diese Gesetzesänderungen und Neuregelungen erwarten Sie ab Juni 2016

Im Juni erwarten Verbraucher ein paar interessante Gesetzesänderungen und Neuregelungen. Insbesondere Fußballfans profitieren: Das Antennenfernsehen wird endlich auch in HD ausgestrahlt und Großstädte erhalten Lärmschutz-Sondergenehmigungen, um Public Viewing-Veranstaltungen auszurichten.

Lärmschutz wird gelockert

Vom 10. Juni bis 10. Juli findet die Fußball-Europameisterschaft statt und jedes zweite Spiel wird erst um 21 Uhr angepfiffen. Ab 22 Uhr beträgt der zulässige Lärmpegel allerdings nur noch 55 Dezibel, zu wenig für durchschnittlich besuchte Public Viewing-Events. Deshalb hat der Bundesrat für die Dauer des Turniers einer Sonderregelung zugestimmt. Städte und Gemeinde dürfen Public Viewings auch bei bestehender Lärmverordnung ausrichten. Seit der WM 2006 in Deutschland treten solche Sonderregelungen bei großen Turnieren regelmäßig in Kraft.

DVB-T2 startet Testbetrieb

Das digitale Antennenfernsehen wird ab Juni auch in hoher Auflösung übertragen. Unter dem Namen DVB-T2 können mit einem Receiver und einer Zimmerantenne zunächst sechs Sender kostenfrei in städtischen Gebieten in HD-Qualität empfangen werden. Ab 2017 sollen weitere Sender und Empfangsgebiete folgen. Ab 2019 soll das bisherige DVB-T-Angebot dann vollständig durch DVB-T2 abgelöst werden. DVB-T ist seit 2002 in Deutschland verfügbar und gilt als günstige Fernsehalternative für Menschen, für die weder Kabel- noch Satellitenfernsehen verfügbar ist.

Girokonto für alle

Ab dem 1. Juni müssen Deutschland keinen festen Wohnsitz in Deutschland mehr nachweisen, um bei einer Bank ein Girokonto zu eröffnen. Laut dem so genannten Zahlungskontengesetz müsse jedermann ein Basiskonto bekommen, um Ein- oder Auszahlungen sowie Überweisungen tätigen zu können. Damit sollen auch Flüchtlinge, Obdachlose und verschuldete Menschen bei Banken ein Konto bekommen.

Qualitätssiegel für Ferienhausurlauber

Wer Urlaub im Ferienhaus machen möchte, kann sich nun an einem neuen Qualitätssiegel orientieren. Um vom Deutschen Ferienhausverband (DFV) ausgezeichnet zu werden, müssen diverse Kritierien erfüllt werden. Zum Beispiel Transparenz bei der Buchung, Kundenservice und Benutzerfreundlichkeit.

Girokonto für alle und neue Impfvorschriften für Urlauber

Schneller Geld zurück bei Bankenpleite

Bei einer Bankpleite, müssen Kunden nun binnen sieben Arbeitstagen ihr gespartes Geld ausbezahlt bekommen. Vorher durften sich die Banken noch 20 Tage Zeit dafür lassen. Das Gesetz tritt in Deutschland am 1. Juni 2016 in Kraft. In der gesamten Europäischen Union soll es bis spätestens 2024 gelten.

Widerrufsjoker für Baufinanzierungen

Banken müssen ihre Kunden bei der Vergabe von Baukrediten besser beraten und auch deren Kreditwürdigkeit intensiver prüfen. Insbesondere für Immobilienkredite gelten seit dem 21. März neue EU-weite Standards. Bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung gibt es nun kein 'ewiges Widerrufsrecht' mehr. Vorher konnten Kunden, die von ihrer Bank keine oder nur eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung erhalten hatten, ihre Immobilienkredite wegen Formfehlern in den Verträgen wann sie wollten widerrufen. Normalerweise geht das nur innerhalb von 14 Tagen. Rechtsanwälte fordern Kreditnehmer deshalb dazu auf, ältere Verträge von 2002 bis 2010 unbedingt noch rechtzeitig auf Fehler überprüfen zu lassen. Noch bis zum 21. Juni haben Sie dafür Zeit. Auch Kunden, die häufig ihre Konten überziehen, stehen noch Beratungsangebote zu.

Impfvorschriften gegen Gelbfieber werden gelockert

Zur Einreise in viele Länder Mittel- und Südamerikas sowie Afrikas muss eine Impfung gegen Gelbfieber nachgewiesen werden. Bislang musste dieser Impfschutz alle zehn Jahre aufgefrischt werden, ab Juni reicht ein einmaliger lebenslanger Impfschutz.

Kostenfreies WLAN für alle in Thalys-Zügen

Thalys weitet das kostenfreie WLAN in seinen Zügen nun von Komfortklasse 1 auch auf Klasse 2 aus. Möglich macht dies die höhere Bandbreite des zuginternen Netzwerks.