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Neun von zehn Autofahrern ignorieren Unfallopfer – unterlassene Hilfeleistung bei Experiment in Brandenburg

Neun von zehn Autofahrern lassen Verletzte liegen
Neun von zehn Autofahrern lassen Verletzte liegen Erschreckender Unfall-Test in Brandenburg 01:05

Polizei Brandenburg simuliert Autounfall

Stellen Sie sich vor, dass sie mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad verunglücken. Sie liegen im Straßengraben, sind verletzt und zunehmend panisch. Dann nähert sich plötzlich ein Auto – und fährt einfach an Ihnen vorbei. Neun von zehn Autofahrer haben bei einem Test der Polizei in Brandenburg genau so reagiert und sind an einer gestellten Unfallstelle vorbeigerast.

Statistin sorgt für realistische Unfallsituation

An einer Landstraße in Brandenburg simulieren Rettungskräfte den Ernstfall. Hierfür wird ein Auto in den Straßengraben gerollt und umgekippt. Im Inneren liegt eine mit Kunstblut verschmierte, schreiende Statistin. Erst nach über zehn Minuten hält der erste Verkehrsteilnehmer an. Es ist ein Motorradfahrer, der selbst einmal auf Hilfe angewiesen war.

Insgesamt halten nur zehn Prozent der Autofahrer an und nähern sich dem vermeintlichen Unfallopfer. Später nutzt die Feuerwehr die Szenerie für eine Einsatzübung. "Es ist nicht schwierig, das Nötigste zu tun", zeigt sich ein Polizeibeamter bei uns im Video erschüttert über den Ausgang des Tests. Ersthelfer müssen nur wenige Schritte sorgfältig beachten.

Wie geht noch gleich die stabile Seitenlage?
Wie geht noch gleich die stabile Seitenlage? Erste Hilfe, wenn's drauf ankommt 02:49

Unterlassene Hilfeleistung hat Konsequenzen

Tatsächlich ist es erschreckend, wie viele Menschen sich an diesem Tag der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht hätten. Denn im Straßenverkehr besteht in Deutschland eine Pflicht zur Hilfeleistung, so steht es im Strafgesetzbuch. Wer über ausreichende körperliche und geistige Fähigkeiten verfügt, muss einschreiten. Das gilt insbesondere für Kraftfahrer, die einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben.

Wer Menschen in Not keine Hilfe leistet, dem droht mindestens eine Geldstrafe und im schlimmsten Fall sogar ein Jahr Gefängnis. In Gefahr bringen muss sich dabei niemand. Doch Ausreden wie "Ich kann kein Blut sehen" werden vom Gesetzgeber nicht akzeptiert. Die stabile Seitenlage, Herzdruckmassage und Co. sollte man am besten regelmäßig üben.

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