Wer tut so etwas?

Neun tote Katzen in Igling: Polizei tappt bei der Suche nach dem Tierquäler im Dunkeln

27. Februar 2020 - 12:05 Uhr

Jemand tötet Katzen und wirft sie von einer Brücke

Tierschützerin Andrea Mittermeir ist entsetzt: In dem bayrischen Ort Igling (67 Kilometer westlich von München) tötet jemand offenbar systematisch Katzen. Ein Lkw-Fahrer entdeckte mehrere Kadaver auf dem Mittelstreifen der Bundesstraße B17 und informierte ihren Verein "Katzentatzen". Die Tiere wurden umgebracht und von einer Brücke heruntergeworfen. An einem Baggersee in der Nähe tauchten außerdem rund 20 tote Tauben auf. Wer der Tierquäler ist, der hinter den Taten steckt, ist unklar. Im Video erklärt Psychologe Dirk Baumeier, wie ein Mensch tickt, der so etwas tut.

Jemand in Igling macht systematisch Jagd auf Katzen

Tote Katze in Igling
Die Katzen wurden offenbar getötet und von einer Brücke auf den Mittelstreifen einer Bundesstraße in Igling geworfen

Die Tierschützerin fuhr nach dem Anruf des Lastwagenfahrers sofort zu der Stelle in der Nähe der Ausfahrt Igling. Sie fand neun Katzenkadaver rund um die Brücke – in verschieden Stadien der Verwesung, wie sie im RTL-Interview erzählte. "Eine von den Katzen hing so im Gebüsch", erzählt sie. "Das hatten wir noch nie."

Alle bisher identifizierten Katzen sollen aus dem gleichen Wohngebiet in Igling stammen. Macht dort jemand systematisch Jagd auf Katzen, um sie zu töten? "Diesem Täter muss schnellstens das Handwerk gelegt werden, er tötet nicht nur wehrlose Tiere, er bringt auch viel Leid über deren Halter", erklärte Ilona Wojahn, Präsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern e.V. in einer Pressemitteilung.

Polizei hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung

Tote Katze in Igling
Der Deutsche Tierschutzbund und bayerische Tierschutzvereine setzen jetzt alles daran, den Täter zu finden.

Bereits im Juli 2019 habe man an der gleichen Stelle vier tote Katzen gefunden, so der Deutsche Tierschutzbund. Eine soll damals an einem Schädel-Hirn-Trauma gestorben sein. Die anderen waren schon zu verwest, um die Todesursache genau bestimmen zu können. Und vergangene Woche wurden 20 tote Tauben in der Nähe des Iglinger Baggersees gefunden. Der Tierschutzbund geht davon aus, dass ein Tierquäler im Ort sein Unwesen treibt.

Mehrere Tierschutzvereine in Bayern haben darum nun zusammengelegt und eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. Auch die Polizei wurde in dem Fall aktiv. Man müsse von Tierquälerei ausgehen, erklärte Polizeisprecher Michael Strohmeier. "Leider tappen wir hier vollständig im Dunkeln", sagte er. Die Ermittler hoffen darum auf Hinweise, um dem Täter auf die Spur kommen zu können.

Auch im 265 Kilometer entfernten Güntersleben (Bayern) sind in den letzten Monaten mehrere Katzen auf mysteriöse Weise verschwunden. Einige kamen verletzt und verstört zurück. Dass zwischen den beiden Fällen ein Zusammenhang besteht, kann die Polizei bisher nicht bestätigen.