Neujahrsempfang: Gauck betont Stärke der Demokratie

Bundespräsident ruft zu entschlossener Verteidigung der Pressefreiheit auf

Bundespräsident Joachim Gauck hat nach dem Terroranschlag von Paris zu einer entschlossenen Verteidigung von Demokratie und Pressefreiheit aufgerufen. "Unsere Gemeinschaft ist groß. Wir lassen sie durch Extremisten - gleich welcher Richtung - nicht klein und nicht schwach machen", sagte Gauck vor seinem traditionellen Neujahrsempfang.

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt
Bundespräsident Joachim Gauck begrüßte zum Neujahrsempfang über 200 geladene Gäste im Schloss Bellevue.
REUTERS, HANNIBAL HANSCHKE

"Das Attentat erschüttert uns, aber nicht unsere Überzeugungen", betonte Gauck. Diese Botschaft sei an die gerichtet, die solche Taten verüben oder damit sympathisieren, aber auch an "jene, die daraus Kapital schlagen wollen", sagte der Bundespräsident, ohne die Anti-Islam-Bewegung Pegida beim Namen zu nennen. "Für uns ist nicht entscheidend, wie jemand heißt oder wer seine Mutter ist, an welchen Gott er glaubt oder welche Feste er feiert", sagte Gauck.

Er schloss sich den Solidaritätsbekenntnissen für das Satiremagazin 'Charlie Hebdo' an, dessen Redaktionsräume in Paris am Mittwoch Ziel des mutmaßlich islamistischen Terroranschlags mit zwölf Toten waren. Seine Ansprache beendete er mit den Worten: "Wir sind Charlie!"

Der Bundespräsident nannte den Terroranschlag einen "Angriff auf die Freiheit - die Freiheit der Franzosen, der Europäer, die Freiheit der offenen Gesellschaft". Die Demokratie sei jedoch stärker als der Terror. "Wir lassen uns durch Hass nicht spalten", sagte Gauck. "Für uns zählt, was die Verschiedenen miteinander verbindet: das Bekenntnis zu Verfassung, Rechtsstaat und Menschlichkeit."