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Neujahrsempfang für das Diplomatische Korps beim Bundespräsidenten

Neujahrsempfang für das Diplomatische Korps beim Bundespräsidenten

"Terror hat keine Religion"

Bundespräsident Joachim Gauck hat eine enge internationale Zusammenarbeit gegen den Terrorismus gefordert, gleichzeitig aber vor der Einschränkung zentraler Freiheiten gewarnt. "Wir alle sehen, dass die Staatengemeinschaft gegen Terrorismus zusammenstehen und zusammenarbeiten muss, über Grenzen und Weltanschauungen hinweg", sagte er beim Neujahrsempfang für das Diplomatische Korps in Berlin.

Neujahrsempfang für das Diplomatische Korps bei Bundespräsident Joachim Gauck in Schloss Bellevue in Berlin.
Bundespräsident Joachim Gauck beim traditionellen Neujahrsempfang im Gespräch mit Diplomaten.
dpa, Britta Pedersen

Die Terroristen des Islamischen Staats (IS) hätten das Ziel, die freiheitlichen Gesellschaften in ihrem Innern zu spalten, sie gegen Muslime aufzubringen und Angst zu verbreiten. "Offene Gesellschaften werden sich schützen und sich verteidigen müssen", so Gauck. "Sie brauchen zugleich aber auch ein Stück Gelassenheit - damit ihre Bürger Ängste überwinden und ihr Leben weiterführen können, ohne sich in ihren grundlegenden Freiheiten eingeschränkt zu sehen".

Dabei gelte es, sich vor Feindbildern zu hüten und sich bewusst zu machen, dass unter der Schreckensherrschaft des IS vor allem Muslime zu leiden hätten. Auch in den Bevölkerungen der muslimisch geprägten Länder stoße die Terrormiliz auf Ablehnung und Verachtung, sagte Gauck. "Auch wenn im Laufe der Geschichte schon im Namen jeder Weltreligion gemordet worden ist, so gilt doch: Terror hat keine Religion."