Neujahrsansprache: Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert "starken Staat"

31. Dezember 2017 - 16:46 Uhr

Bundeskanzlerin will Investitionen in Sicherheit

In ihrer Neujahrsansprache hat die Bundeskanzlerin Herausforderungen für die Zukunft betont und auch das Thema Sicherheit hervorgehoben. "Wir werden noch mehr in einen starken Staat investieren müssen, der die Regeln unseres Zusammenlebens verteidigt und für Ihre Sicherheit - für unser aller Sicherheit - sorgt", kündigte sie an. Merkel versprach außerdem, die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, die Digitalisierung und auch die finanzielle Entlastung von Familien voranzutreiben. Priorität müsse dafür aber die Regierungsbildung haben.

Angela Merkel drängt auf Regierungsbildung: "Die Welt wartet nicht auf uns"

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihren vergangenen 12 Neujahrsansprachen
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihren vergangenen 12 Neujahrsansprachen in den Jahren 2016 - 2013 (obere Reihe l-r), 2012 - 2009 (mittlere Reihe, l-r), 2008 - 2005 (untere Reihe, l-r).

Merkel erklärte, die Politiker seien verpflichtet die Bedürfnisse aller Bürger im Auge zu haben und "für Deutschland im neuen Jahr zügig eine stabile Regierung zu bilden." Nur so könne man wichtige Themen wie den Schutz von Arbeitsplätzen, Pflege und die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land realisieren. Eine Verlängerung der Hängepartie bei der Regierungsbildung müsse um jeden Preis vermieden werden. "Die Welt wartet nicht auf uns", erklärte die CDU-Chefin. Sie sieht das Land vor wichtigen Entscheidungen: "Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, dass es Deutschland auch in 10, 15 Jahren gut geht."

Am 3. Januar trifft sich Merkel mit den Partei- und Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD zu einem weiteren Vorgespräch. Die Sondierungen in größerer Runde sollen dann am 7. Januar beginnen. Am 21. Januar entscheidet ein SPD-Parteitag über das weitere Vorgehen. Sollte die SPD Koalitionsverhandlungen zustimmen, müsste ein ausgehandelter Vertrag von den Parteimitgliedern akzeptiert werden.