Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin

Angela Merkel übt Selbstkritik und sieht Deutschland vor wichtigen Aufgaben

31. Dezember 2018 - 11:51 Uhr

Lange Regierungsbildung und dann viel Streit

"Erst haben wir lange gebraucht, um überhaupt eine Regierung zu bilden, und als wir sie hatten, da gab es Streit und viel Beschäftigung mit uns selbst". Angela Merkel hat in ihrer Neujahrsansprache selbstkritische Töne angeschlagen. Sie wisse, dass viele Bürger im ablaufenden Jahr mit der Bundesregierung gehadert hätten. Doch die Kanzlerin wendet den Blick auch nach vorne, wie Sie im Video sehen können.

Schicksalsfrage und globale Lösungen

"Da ist die Schicksalsfrage des Klimawandels, die der Steuerung und Ordnung der Migration, da ist der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. In unserem eigenen Interesse wollen wir alle diese Fragen lösen, und das können wir am besten, wenn wir die Interessen anderer mitbedenken", sagte Merkel.

Um Herausforderungen zu meistern, setze die Bundesregierung auf globale Zusammenarbeit, sagte die CDU-Politikerin in ihrer Neujahrsansprache. "Deutschland wird ab morgen für zwei Jahre Mitglied im UN-Sicherheitsrat sein und sich dort für globale Lösungen einsetzen", sagte Merkel. "Wir steigern unsere Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe, aber auch unsere Verteidigungsausgaben weiter."

Robustere EU und mehr Verantwortung

Gewissheiten der internationalen Zusammenarbeit seien unter Druck geraten, bedauerte Merkel offensichtlich in Anspielung auf nationale Alleingänge etwa der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Deutschland müsse für eigene Überzeugungen wieder stärker einstehen, argumentieren und kämpfen. "Und wir müssen im eigenen Interesse mehr Verantwortung übernehmen." 

Zugleich setze sich die Bundesregierung dafür ein, die Europäische Union robuster und entscheidungsfähiger zu machen. "Und mit Großbritannien wollen wir trotz des Austritts aus der Europäischen Union weiter eine enge Partnerschaft bewahren", sagte die Kanzlerin.