Neues Verpackungsgesetz ab 2019: Verbraucher müssen auf mehr Getränke Pfand zahlen

16. Mai 2017 - 16:36 Uhr

Deutsche sind Meister im Recycling

Ab 2019 soll in Deutschland mehr Müll recycelt werden. Verbraucher müssen dann auch auf Frucht- und Gemüsesäfte mit Kohlensäure Pfand zahlen. Das steht unter anderem in dem neuen Verpackungsgesetz, das nach jahrelangem Streit den Bundesrat passiert hat. Außerdem müssen Supermärkte Schilder anzeigen, wo Mehrwegflaschen stehen. Wir Deutschen sollen also noch besser Müll trennen. Aber lohnt sich das wirklich oder landet am Ende doch alles gemeinsam in der Verbrennungsanlage?

Verpackungsmüll macht die größten Probleme

 In der Wertstofftonne werden Kunststoffe, Metall und Verbundmaterialien gesammelt.
Eigentlich wollte die Regierung bundesweit Wertstofftonnen einführen, damit überall Verpackungen und anderer Abfall aus Wertstoffen zusammen entsorgt werden können. Das scheiterte aber an einem Streit zwischen kommunalen und privaten Entsorgern.
© dpa, Jens Kalaene, jka sne wst

220 Kilogramm Abfall produziert der durchschnittliche Deutsche im Jahr. Die meisten sortieren fleißig ihren Abfall: Plastik, Papier, Restmüll. Viele zweifeln jedoch, ob das Mülltrennen überhaupt sinnvoll ist. Experten sagen, dass das Recycling von Glas, Papier und Metall richtig gut funktioniert. Etwa 80 Prozent werden wiederverwertet. Der Restmüll macht die wenigsten Probleme: "Der Restmüll geht normalerweise in die Verbrennungsanlage. Daraus wird Energie gewonnen. Und aus der Schlacke werden die Metalle rausgenommen", so Umweltwissenschaftler Henning Friege.

Am meisten Kopfzerbrechen bereitet den Städten und Gemeinden der Verpackungs- und Kunststoffmüll. Hier soll die Recyclingquote von derzeit 36 auf künftig 63 Prozent steigen. Aber selbst die aktuelle Quote ist für Fachleute reinste Augenwischerei. "Ich halte sie für unrealistisch, weil sie nicht berücksichtigt, dass wir beim Input in die Sortieranlage eine Menge Dreck haben, der erst rausgeholt werden muss, was die Leute falsch rein werfen", sagt Friege.

Nicht alles ist für die Tonne

Tatsächlich sind es wohl nur zwölf Prozent, aus denen etwa Blumenkübel oder Parkbänke entstehen. Daran wird sich wohl auch in Zukunft wenig ändern, weil Verpackungen ziemlich kompliziert sind: Sie bestehen oft aus mehreren Materialien, sind somit schwer auseinander zu bringen und zu recyclen. Doch nicht alles ist für die Tonne, denn ohne Mülltrennung gäbe es die modernen Recycling-Technologien erst gar nicht.